Spielball von Spekulanten Gameover für Gamestop-Finanzchef

Der US-Videospielhändler Gamestop, der im Januar Spielball von Spekulanten wurde, trennt sich von seinem Finanzchef. Die Aktie gibt erneut nach.
Gamestop-Filiale in Illinois: Hat der Abgang des Finanzchefs etwas mit den Kurskapriolen der Vergangenheit zu tun?

Gamestop-Filiale in Illinois: Hat der Abgang des Finanzchefs etwas mit den Kurskapriolen der Vergangenheit zu tun?

Foto: TANNEN MAURY/EPA-EFE/Shutterstock

Der Videospielhändler Gamestop, der im Januar durch extreme Kurskapriolen am Finanzmarkt für Aufsehen sorgte, muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Amtsinhaber Jim Bell werde den Posten am 26. März räumen, teilte das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Gamestop habe mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen, sollte sich nicht rechtzeitig einer finden, so werde zunächst Chefbuchhalterin Diana Jajeh die Aufgaben übernehmen.

Sein Abgang sei nicht auf Unstimmigkeiten zurückzuführen, erklärte das Unternehmen weiter. Aus Führungskreisen hieß es allerdings, die Trennung sei von Gamestop ausgegangen, da es in Bell nicht den passenden Finanzchef sehe, um eine Entwicklung zu einem technologieorientierten Unternehmen voranzutreiben. Die Aktien  von Gamestop fielen nach der Ankündigung im erweiterten Handel um etwa 5 Prozent.

Vor wenigen Wochen waren die Aktien des Videospielehändlers zum Spielball von Spekulanten  geworden: Kleinanleger zwangen mit konzertierten Käufen Hedgefonds zur Auflösung von Wetten auf den Verfall des Gamestop-Kurses und brachten diese damit teils in die Bredouille. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Forum WallStreetBets auf der Internetplattform Reddit, auf dem sich zahlreiche Kleinanleger über die Aktie ausgetauscht hatten.

Während der daraus resultierenden Kursausschläge stieg die Gamestop-Aktie von weniger als 20 Dollar zu Jahresbeginn auf zeitweise rund 483 Dollar Ende Januar, fiel dann aber wieder auf zuletzt rund 45 Dollar. Inzwischen untersuchen US-Behörden und der Kongress in Washington mögliche Marktmanipulationen.

mg/dpa-afx/Reuters