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Trainer und Motivator Julian Nagelsmann Wie Red Bull RB Leipzig auf Erfolg trimmt

An diesem Donnerstagabend kann RB Leipzig Historisches schaffen: Den Einzug ist das Finale der Champions League. Die Ostdeutschen zeigen, was es inzwischen für Erfolg im Fußball braucht: einen starken Investor und einen klaren Plan.
aus manager magazin 6/2020
Großer Auftritt: Im Champions-League-Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur Mitte März fuhr Julian Nagelsmann den Sieg für RB Leipzig ein – und legte mit einem 2:1 im Viertelfinale gegen Atlético Madrid nach. Heute geht es im Halbfinale gegen Paris

Großer Auftritt: Im Champions-League-Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur Mitte März fuhr Julian Nagelsmann den Sieg für RB Leipzig ein – und legte mit einem 2:1 im Viertelfinale gegen Atlético Madrid nach. Heute geht es im Halbfinale gegen Paris

Foto: Boris Streubel / Getty Images

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Julian Nagelsmann (33) war erst Anfang 20, aber bereits fest entschlossen, den Fußball zu revolutionieren. Um seinen Trainingsplatz ließ der Jugendtrainer von Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim Glasfaserkabel und Sensoren verlegen und Kameras aufstellen. Spielern und Bällen verpasste er Mikrochips. Er arbeitete mit Fachleuten des Softwarekonzerns SAP, den Hoffenheims Sponsor Dietmar Hopp (80) mitgegründet hatte, und des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen in Nürnberg.

Nagelsmann wollte einem Computer das Konzept des Deckungsschattens beibringen und von ihm erfahren, wann ein Spieler auf dem Platz anspielbar ist und wann nicht. Wann er frei ist, um die Gegner zu überwinden. Mathematisch genau, fehlerlos.

"Man könnte im Fußball wirklich nach vorn kommen, wenn man die Dinge, die du als Trainer nur mit dem Auge wahrnimmst, mit Daten unterfüttern könnte", sagt Nagelsmann noch heute. Damals aber musste er nach drei Jahren aufgeben. Die Computer kapierten es einfach nicht. Sein erster Versuch, den Erfolg im Fußball planbarer zu machen, scheiterte.

Nagelsmann sitzt im flammroten Trainingsdress in einem Besprechungsraum am Sitz seines neuen Arbeitgebers RB Leipzig. Wenn er sich erklärt, formuliert er oft so geschliffen, ausführlich und rasant, dass sich das Gegenüber fragt, ob er vielleicht jede mögliche Antwort auf jede mögliche Frage vorher aufgeschrieben und auswendig gelernt hat.

Hat er natürlich nicht. Aber mit seiner Akribie, dem strategischen Blick, dem jugendlichen Gesicht und der Spur Besessenheit, die hinter seinen Augen lodert, passt er als Führungskraft perfekt zu seinem Klub. Der trat zwar erst vor elf Jahren auf die Fußballbühne, steht aber nun mit Nagelsmann als Trainer im Halbfinale der Champions League (CL) – und damit unter den vier erfolgreichsten Fußballfirmen Europas.

Nun, da sich der Profifußball auf eine längere Zeit ohne Zuschauer im Stadion einrichten muss und der Boom der Rasenballbranche infrage steht, ist Nagelsmanns Mission noch gewachsen. Im Kern geht es um die Frage: Kann er beweisen, dass Investorenfußball das Modell der Zukunft ist? Denn das, was manche große Klubs wie den FC Schalke 04 nun um die Existenz bangen lässt – unprofessionelle Strukturen, kurzfristiges Denken und eine arg dünne Kapitaldecke –, kennen sie in Leipzig dank des Hauptsponsors und Gesellschafters Red Bull nicht. Hat Nagelsmann Erfolg, könnte es das traditionelle und weltweit einzigartige deutsche System "Bundesliga" zum Einsturz bringen, in dem immer noch eingetragene Vereine das Milliardenbusiness prägen.

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