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Aussteiger Frustrierter Kronprinz

Nokia-Vorstand verlässt den Konzern
aus manager magazin 8/2008

Anssi Vanjoki (51) hat keine Lust mehr, Tag für Tag zu arbeiten. Nicht mehr für Nokia, wo er bislang einen wichtigen Posten im Vorstand einnimmt. Und auch für kein anderes Unternehmen mehr. Der Finne wird zum Jahresende seinen Job beim Handyhersteller quittieren und dann nur noch das ein oder andere Aufsichtsrats- oder Verwaltungsratsmandat annehmen.

Lange galt Vanjoki, der 1991 zu Nokia stieß, als Kronprinz des damaligen Vorstandsvorsitzenden Jorma Ollila (57). Der übertrug dem Vertriebs- und Marketingfachmann Anfang 2004 die Führung der neu gegründeten Multimediasparte - eine Art Reifeprüfung. Doch dann gab es in den Augen Ollilas für die eigene Nachfolge offenkundig einen geeigneteren Manager: Im Sommer 2006 übernahm Olli-Pekka Kallasvuo (55) die Führung des Mobilfunkgiganten.

Seither hat sich der übergangene Vanjoki mit dem Gedanken getragen, das Unternehmen zu verlassen. Zumal er aufs Geldverdienen längst nicht mehr angewiesen ist: Der passionierte Harley-Fahrer hat jede Menge Aktienoptionen eingesammelt und sein Vermögen zudem durch Investments in junge Technologiefirmen vermehrt.

Dass Vanjoki fest entschlossen ist, sich keine operative Verantwortung mehr aufhalsen zu lassen, musste im Sommer dieses Jahres auch Hubertus von Grünberg (66) erfahren. Der Verwaltungsratspräsident des Technologiemultis ABB hatte vor sechs Monaten Konzernchef Fred Kindle (49) aus dem Amt gedrängt und lange nach einem neuen CEO gesucht. Bevor er schließlich Joseph Hogan (51), bislang noch Chef von GE Healthcare, mit dem Amt betraute, warb er auch um Vanjoki. Doch der winkte ab. Er will sich nicht mehr ins Zeug legen, auch nicht für ABB. Ursula Schwarzer

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