Verzicht auf Dividende Fraport erwartet auch 2021 Verluste

Der Fraport-Vorstand spricht von "Licht am Ende des Tunnels". Doch auch für 2021 rechnet der Flughafenbetreiber mit einem Verlust und bleibt mit der Prognose für das Passagieraufkommen vorsichtig.
Flughafen Frankfurt: Konservativ geschätzt rechnet der Flughafenbetreiber Fraport in 2021 mit nur wenig mehr Passagieren als im vergangenen Jahr

Flughafen Frankfurt: Konservativ geschätzt rechnet der Flughafenbetreiber Fraport in 2021 mit nur wenig mehr Passagieren als im vergangenen Jahr

Foto: DPA

Der Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Pandemie hat dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport einen hohen Verlust eingebrockt. Bei einem Rückgang des Umsatzes um mehr als die Hälfte fiel ein Nettoverlust von 690 Millionen Euro an, teilte der Konzern am Dienstag mit. Analysten hatten ein Minus von rund 590 Millionen Euro erwartet. Dank kräftiger Kostensenkungen erzielte der MDax-Konzern aber einen bereinigten operativen Gewinn von 48 Millionen Euro. Aktien  von Fraport notierten am Vormittag rund ein halbes Prozent im Minus.

"Der Luftverkehr war und ist von der Covid-19-Pandemie betroffen wie kaum eine andere Branche. Doch wir sehen Licht am Ende des Tunnels", erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte. Er rechnet mit einer Erholung spätestens im Sommer, da der Fortschritt beim Impfen und Testen das Reisen wieder ermöglichen könnten.

Auch im laufenden Jahr rechnet Fraport mit Konzernverlust

Das Passagieraufkommen in Frankfurt brach gegenüber dem Vorjahr um 73,4 Prozent auf 18,8 Millionen Reisende ein. Auch an den internationalen Beteiligungsflughäfen sanken die Fluggastzahlen stark. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem Passagieraufkommen in Frankfurt von unter 20 bis 25 Millionen. Der Konzern-Umsatz soll sich verbessern auf rund zwei Milliarden Euro, das bereinigte Betriebsergebnis auf 300 bis 450 Millionen Euro zulegen.

Unter dem Strich erwartet Fraport erneut einen Verlust. Mit liquiden Mitteln, Kreditlinien und Finanzierungen von mehr als drei Milliarden Euro sei das Unternehmen aber gut aufgestellt, die Krise zu bewältigen und weiter zu investieren. So hält Fraport am Bau von Terminal 3 am größten deutschen Airport fest, wenn auch die ersten Flugsteige 2026 und damit später als ursprünglich geplant in Betrieb gehen sollen.

Erneut keine Dividende, Stellenabbau setzt sich fort

Angesichts der Krise sollen die Aktionäre - allen voran das Land Hessen und die Stadt Frankfurt - nicht nur für 2020, sondern auch für 2021 keine Dividende erhalten. Aufgrund der Krise baut der Flughafenbetreiber bis Ende dieses Jahres rund 4000 Arbeitsplätze ab. Etwa 2200 Beschäftigte seien schon gegangen, größtenteils durch Altersteilzeit oder mit Abfindungen. Die Mitarbeiterzahl weltweit sank um zehn Prozent auf rund 21.200.

rei/Reuters/dpa-afx