Passagierzahlen um 73 Prozent eingebrochen Corona-Krise wirft Frankfurter Flughafen auf Niveau von 1984 zurück

Rund 18,8 Millionen Fluggäste zählte Fraport am Frankfurter Flughafen im vergangenen Jahr, so wenig wie zuletzt im Jahr 1984. Nun sollen sich die Zahlen zwar etwas erholen - alte Rekordwerte bleiben aber in der Ferne.
Weltflughafen im Winterschlaf: Wegen der Corona-Krise ist am größten deutschen Flughafen nichts mehr los

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Foto: Arne Dedert / dpa

Die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen sind 2020 wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Die Zahl der Fluggäste fiel um 73,4 Prozent auf 18,8 Millionen Passagiere, wie der Flughafenbetreiber Fraport am Montag mitteilte. "Das Passagieraufkommen in Frankfurt lag auf einem Niveau wie zuletzt 1984", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte (60). Er hofft nun, dass die Reisebeschränkungen wegen der begonnenen Corona-Impfungen ab dem Frühjahr schrittweise gelockert werden und sich der Passagierverkehr in der zweiten Jahreshälfte deutlich belebt. Die Aktie  verlor am Montagmorgen rund 1,7 Prozent.

"Insgesamt liegt dennoch erneut ein schwieriges Jahr vor uns", sagte Schulte. "Wir erwarten, dass wir in Frankfurt das Passagieraufkommen von 2020 übertreffen, aber immer noch bei nur rund 35 bis 45 Prozent des bisherigen Höchstwertes von 2019 liegen werden."

Im Jahr 2020 brach das jahrelange Wachstum im Flugverkehr ab. Schon im Januar und Februar zählte Fraport in Frankfurt weniger Fluggäste als ein Jahr zuvor. Ab Mitte März folgte im Zuge der Pandemie und der weltweiten Reisebeschränkungen ein herber Einbruch, bevor der Flugverkehr in den Monaten April bis Juni weitgehend zum Erliegen kam. Nach einer leichten Erholung im Sommer gingen die Passagierzahlen mit den wieder steigenden Infektionen und neuen Reisebeschränkungen ab September wieder stärker zurück. Im Dezember zählte Deutschlands größter Flughafen rund 892.000 Passagiere und damit 81,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Frachtverkehr nur mit geringem Rückgang

Wegen des Frachtverkehrs war der Einbruch bei den Flugbewegungen nicht ganz so stark wie bei den Passagierzahlen. Die Zahl der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen sank 2020 um 58,7 Prozent auf 212.235 Starts und Landungen. Das Frachtaufkommen ging vergleichsweise gering um 8,3 Prozent auf knapp zwei Millionen Tonnen zurück. Hier fehlt insbesondere die Beiladung in den Passagiermaschinen, die zu normalen Zeiten rund die Hälfte der umgeschlagenen Frachtmenge ausmacht. Die Fluggesellschaften haben zwar mehr reine Frachter in die Luft gebracht, konnten aber die fehlende Beilade-Kapazität nicht komplett ausgleichen.

Die Entwicklung traf auch die Fraport-Flughäfen im Ausland - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. In Perus Hauptstadt Lima musste der Konzern einen Rückgang um rund 70 Prozent auf rund sieben Millionen Passagiere verkraften. An den brasilianischen Flughäfen Fortaleza und Porto Alegre fiel das Minus mit etwa 57 Prozent auf 6,7 Millionen merklich geringer aus. Im slowenischen Ljubljana brach das Aufkommen um 83 Prozent auf gut 288.000 Passagiere ein.

An seinen 14 Regionalflughäfen in Griechenland verbuchte Fraport ein Minus von 71 Prozent auf 8,6 Millionen Fluggäste. Ähnlich sah es im türkischen Antalya mit einem Einbruch um 73 Prozent auf 9,7 Millionen Passagiere aus. Nicht ganz so schlimm lief es in Russland und China. Am Flughafen in St. Petersburg verzeichnete Fraport einen Rückgang um 44 Prozent auf 10,9 Millionen Passagiere. Im chinesischen Xi'an erholte sich der Flugverkehr nach einem Einbruch im Frühjahr ein gutes Stück weit. Auf das Gesamtjahr gerechnet stand hier ein Rückgang um 34 Prozent auf gut 31 Millionen Fluggäste zu Buche.

mg/Reuters
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