Deutsche Bank und RWE Ex-Verdi-Chef Bsirske verlässt Aufsichtsräte

Mit einem aussichtsreichen Listenplatz hat Frank Bsirske gute Chancen, für die Grünen in den nächsten Bundestag einzuziehen. Im Vorfeld der Wahl verlässt der ehemalige Verdi-Chef bereits die Aufsichtsräte der Deutschen Bank und von RWE.
Will in den Bundestag: Ex-Verdi-Chef Frank Bsirske

Will in den Bundestag: Ex-Verdi-Chef Frank Bsirske

Foto: Jan Woitas/ dpa

Der ehemalige Verdi-Chef Frank Bsirske (69) kehrt den Aufsichtsräten der Deutschen Bank und RWE den Rücken. Hintergrund sind seine politischen Ambitionen - Bsirske kandidiert bei der Bundestagswahl für die Grünen und steht auf Platz sechs der Landesliste in Niedersachsen. Bei der Deutschen Bank reklamiert Verdi bereits die Nachfolge für einen eigenen Kandidaten.

"Die nächste Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank wird meine letzte sein", sagte Bsirske der "Wirtschaftswoche". Bsirske war 2013 in das Kontrollgremium des größten deutschen Geldhauses eingerückt, sein Mandat läuft eigentlich noch bis 2023. Als Mitglied im Präsidial- und Nominierungsausschuss zählte Bsirske zu den wichtigsten Aufsichtsräten des Frankfurter Instituts.

Verdi-Vertreter Jan Duscheck sagte am Dienstag, es sei unstrittig, dass die Gewerkschaft das Mandat nachbesetzen könne. "Von daher müssen und wollen wir das natürlich entsprechend auch wieder besetzen", betonte er.

Im Aufsichtsrat des Versorgers RWE sitzt Bsirske bereits seit 2001. Seine Amtszeit wäre regulär bereits vor einigen Wochen ausgelaufen. Coronabedingt sei die Wahl der Vertreter der Arbeitnehmerseite jedoch zweimal verschoben worden. In den kommenden Tagen wird die Wahl der Arbeitnehmervertreter nachgeholt. "Damit endet meine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gesellschaft", sagte Bsirske.

cr/Reuters