Drohende Rezession Frachtraten sinken, Fedex, Post, Maersk stürzen ab

Die Gewinnwarnung des US-Logistikkonzerns Fedex sorgt für den größten Kursrutsch der Aktie seit mehr als 40 Jahre. Die Aktie der Deutschen Post fällt daraufhin auf ein Jahrestief. Auch die Container-Riesen wie Maersk und Hapag Lloyd geraten unter Druck. Investoren preisen eine weltweite Rezession und sinkende Frachtraten ein.
Weniger Handel: Der Logistiker Fedex erlitt den größten Kurssturz seit 41 Jahren. Auch die Aktien von Post, UPS sowie der Reedereien Maersk und Hapag Lloyd brechen ein

Weniger Handel: Der Logistiker Fedex erlitt den größten Kurssturz seit 41 Jahren. Auch die Aktien von Post, UPS sowie der Reedereien Maersk und Hapag Lloyd brechen ein

Foto: Morry Gash/ AP

Die Aktien der Deutschen Post sind am Freitag nach einer Gewinnwarnung des Konkurrenten Fedex mit Millionenumsätzen Richtung Jahrestief gefallen. Zuletzt gaben sie um rund 5 Prozent auf 33,65 Euro nach. Sie steuern damit auf das Xetra-Jahrestief vom Juni bei 33,44 Euro zu.

US-Konkurrent Fedex hatte im jüngsten Geschäftsquartal schlechter als erwartet abgeschnitten und zog seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr zurück. Das Ausbleiben einer "Fracht-Welle" nach einer Wiedereröffnung Chinas nach Corona treffe den führenden Aircargo-Anbieter im asiatisch-pazifischen Raum als ersten, urteilten die Analysten von JP Morgan. Ohne Berücksichtigung von Sonderfaktoren bei den Treibstoffkosten sei die Schwäche bei Fedex sogar noch viel eklatanter.

Fedex verlor im Anschluss an die Gewinnwarnung fast 20 Prozent an Börsenwert. Es ist der größte Kursrutsch des Unternehmens seit mehr als 40 Jahren.

Durch die Zahlen von Fedex sehen sich die Konjunkturpessimisten bestätigt, die mit einer weltweiten Rezession rechnen. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Tagen ähnliche Aussagen von anderen Unternehmen hören werden", warnte AvaTrade-Experte Aslam. Der Rivale UPS büßte sieben Prozent ein. Diesem Sog konnten sich europäische Konkurrenten nicht entziehen.

Auch Container-Riesen geraten unter Druck

Logistik-Konzerne wie Kühne+Nagel oder die Reedereien Hapag-Lloyd und Moeller Maersk, die in den vergangenen Monaten noch hoch gehandelt worden waren, gerieten ebenfalls unter Druck und büßten bis zu acht Prozent ein. Die Zahlen von FedEx ließen sich auf diese Firmen zwar nicht eins zu eins übertragen, sagte Analyst Ole Hansen von der Saxo Bank. Sie bestätigten aber einen Abschwung der Weltwirtschaft und drohende Rezessionen in Amerika, China und Europa.

Die Aktien der dänischen Reederei Moeller Maersk landeten mit minus 4 Prozent auf dem tiefsten Niveau seit April 2021, die von Hapag Lloyd mit über 7 Prozent Abschlag auf dem Stand vom Oktober gleichen Jahres. Analyst Samuel Bland von JPMorgan nahm sich beide Unternehmen sowie die Post in einer aktuellen Studie angesichts sinkender Frachtraten vor. Er rechnet für Maersk und Hapag 2023 nun mit einer Halbierung der Frachtraten gegenüber diesem Jahr. Während er Hapag-Aktien für überbewertet hält, schätzt er Maersk unter diesem Gesichtspunkt immerhin noch positiv ein.

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