Foodpanda gescheitert Delivery Hero gibt Liefergeschäft in Deutschland wieder auf

Erst im Mai hatte Delivery Hero angekündigt, wieder einen Lieferdienst in deutschen Städten anbieten zu wollen - jetzt geben die Berliner erneut auf. Ein anderer Bringdienst ist zu dominant.
Von Konkurrenten verdrängt: Die Delivery-Hero-Tochter Foodpanda stellt angesichts massiver Konkurrenz ihre Lieferdienste in Deutschland ein

Von Konkurrenten verdrängt: Die Delivery-Hero-Tochter Foodpanda stellt angesichts massiver Konkurrenz ihre Lieferdienste in Deutschland ein

Foto: CHRISTIAN MANG / REUTERS

Der Lieferdienst Delivery Hero stellt seinen Service im Heimatmarkt Deutschland schon nach kurzer Zeit wieder ein. Die Tochter Foodpanda Deutschland werde die Tätigkeit in sechs deutschen Städten beenden und dann in Berlin nur noch eine Entwicklungsabteilung haben, teilte Delivery Hero am Mittwoch mit. Erst im Mai hatten die Berliner angekündigt, wieder einen Lieferdienst in deutschen Städten anbieten zu wollen.

Der Schritt erlaube es nun, Mittel auf attraktive Wachstumschancen in anderen Märkten und Geschäften zu verlagern, hieß es vom Dax-Konzern. Das Foodpanda-Geschäft in Japan soll zudem im ersten Quartal 2022 verkauft werden.

Dass Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg mit Deutschland und Japan gleich zwei Märkte angreifen wollte, in denen die Konkurrenz besonders stark ist, war bei den Investoren von vornherein nicht gut angekommen. Östberg sagte damals: "Die Sorge der Investoren ist offenbar, dass ich einen Haufen Geld auf einer Mission Impossible verbrenne." Der Ausstieg sorgt nun für einen Kurssprung.

Foodpanda-Beschäftigte sollen nun nach Möglichkeit in anderen Funktionen in der Delivery-Hero-Gruppe oder bei Partnern unterkommen. Zudem sind Abfindungspakete geplant, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Delivery Hero hat keine Chance gegen Lieferando

In Deutschland war klar, dass Delivery Hero auf absehbare Zeit keine Chance gegen Lieferando haben würde. Der Dienst beherrscht klar den Markt. Östberg selbst hatte im manager magazin von einem Zeitraum von zehn bis 15 Jahren gesprochen, bis Foodpanda die Marktführerschaft erringen könnte. Zuvor hätte Delivery Hero in beiden Märkten auf absehbare Zeit hunderte Millionen Dollar verbrennen müssen.

Delivery Hero erklärt zum Ausstieg: "Externe Faktoren wie die erhöhte Zahl der Anbieter im Markt sowie eine Knappheit an Lieferfahrern haben die Situation zum Jahresende verändert." Tatsächlich verschärfte sich die Konkurrenzsituation mit dem Einstieg von DoorDash in den deutschen Markt weiter.

In Berlin, wo Delivery Heros Dienst Foodpanda gestartet war, lief das Business zudem schlecht an. Die Schnelllieferdienste Flink und Gorillas, die früher gestartet waren, expandierten viel schneller. Foodpanda kämpfte wie die anderen Lieferdienste mit einem Mangel an Fahrern. Aber auch die Essenslieferdienste Uber Eats und Wolt entwickelten sich Insidern zufolge in Berlin besser als der Delivery-Hero-Dienst Foodpanda.

rs/sio/DPA
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