Versicherer warnen "Erst teuer und irgendwann unbezahlbar"

Die Versicherer fordern ob der jüngsten Flutkatastrophe ein Umdenken. Noch immer werde in Überschwemmungsgebieten gebaut, würden Flächen ungehindert versiegelt.
Olaf Scholz in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Der Bundesfinanzminister machte sich am Donnerstag ein Bild von den Verwüstungen - und verspricht jetzt Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe

Olaf Scholz in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Der Bundesfinanzminister machte sich am Donnerstag ein Bild von den Verwüstungen - und verspricht jetzt Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Die Versicherungsbranche fordert nach den verheerenden Fluten im Westen Deutschlands die Politik zum Umdenken auf. "Klimafolgenanpassung kommt vielerorts zu kurz", sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der "Welt am Sonntag". Noch immer werde in Überschwemmungsgebieten gebaut, würden Flächen ungehindert versiegelt und stauten sich auf kommunaler Ebene Investitionen in Präventionsmaßnahmen.

"Hier gilt es umzusteuern, sonst setzt sich eine Spirale aus weiteren Katastrophen und steigenden Schäden in Gang, die erst teuer und irgendwann unbezahlbar wird", sagte Asmussen. Es zeichne sich ab, dass das aktuelle Jahr eines der schadenträchtigsten der jüngeren Vergangenheit werde.

Der Deutschlandchef des französischen Versicherungskonzerns Axa , Alexander Vollert, bezeichnete die Schwere der Sachschäden und die große regionale Ausbreitung als einmalig. "Wir reden hier nicht von Überschwemmungen, sondern von Sturmfluten in großem Stil", sagte Vollert der Zeitung.

Laut Allianz-Vorstand Jochen Haug sei es zu früh, Aussagen zum "jedoch sicherlich erheblichen Schadenumfang" zu machen, hieß es in dem Bericht. Der Konzern ziehe derzeit aus ganz Deutschland seine Sachverständigen zusammen, um Kunden in den betroffenen Gebieten auch vor Ort zur Seite zu stehen und schnell helfen zu können.

rei/dpa-afx
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