Zur Ausgabe
Artikel 9 / 67
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Flug in den Tod

Mitchells Pilot galt als erfahrener Flieger.
aus manager magazin 2/2001

Neun Meilen war das kleine Flugzeug noch vom Flughafen in Rangeley entfernt.

Pilot Stephen Bean (58) meldete kurz nach 17 Uhr der Flugüberwachung, der Flughafen sei in Sicht. Er fliege derzeit in 1800 Meter Höhe und beginne nun den Landeanflug auf den kleinen Flughafen des Städtchens Rangeley im Norden des US-Bundesstaats Maine. Seiner Frau, die am Flughafen auf ihn wartete, ließ er per Funk mitteilen, dass er auf Runway 32 einschweben werde.

Alles klang nach einem Routineflug. Es war zwar bereits dunkel, aber das Wetter war relativ klar. Bean, der in Rangeley wohnte, war ein erfahrener Pilot. Er kannte den Municipal Airport Rangeley und dessen Umgebung in- und auswendig. Und auch mit der Maschine - einer Beech King Air B200 - war er auf Grund häufiger Flüge wohl vertraut.

Erst am Morgen dieses 22. Dezember war er mit ihr von Rangeley nach Boston und dann nach Portland in Maine geflogen. In Portland nahm er einen Passagier an Bord: Ed Mitchell, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank.

Mitchell hatte in Rangeley ein Ferienhaus. In ihm wollte er Weihnachten verbringen. Seine Frau und fünf Kinder warteten dort bereits auf ihn.

Doch diesmal, zwei Tage vor Weihnachten, sollte er dort nicht ankommen. Als die Maschine nicht zu geplanter Zeit in Rangeley landete, alarmierte Beans Frau die Behörden. 45 Minuten später machten sich Suchtrupps auf den Weg. Sie mussten ihre Arbeit aber am Abend einstellen, weil sich das Wetter zunehmend verschlechterte.

Am nächsten Morgen erst wurde das Wrack gefunden - acht Meilen südlich des Flughafens von Rangeley. Das Flugzeug war knapp unterhalb des Gipfels eines 1040 Meter hohen Berges zerschellt.

Die Wrackteile werden derzeit von Experten des National Transportation Safety Board untersucht. Ihr Bericht wird frühestens in einem halben Jahr vorliegen.

Zur Ausgabe
Artikel 9 / 67
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel