Fernbus Flixbus übernimmt Greyhound

Die Reiseplattform Flixmobility kauft das US-Fernbusunternehmen Greyhound Lines, den größten Anbieter von Fernbusreisen in Nordamerika. CEO André Schwämmlein setzt mit dem Kauf des Konkurrenten auf Expansion.
Go Greyhound: Flixmobility, bereits selbst in den USA aktiv, übernimmt den US-Konkurrenten

Go Greyhound: Flixmobility, bereits selbst in den USA aktiv, übernimmt den US-Konkurrenten

Foto: Luke MacGregor/ REUTERS

Die Reiseplattform Flixmobility kauft das US-Fernbusunternehmen Greyhound Lines, den größten Anbieter von Fernbusreisen in Nordamerika. Für rund 172 Millionen US-Dollar (umgerechnet 148 Mio Euro) übernimmt das Münchner Unternehmen, das in Deutschland vor allem für seine Marken Flixbus und Flixtrain bekannt ist, 2400 Ziele in den USA, wie beide Seiten am Donnerstagmorgen mitteilten. "Gemeinsam werden Flixbus und Greyhound der gestiegenen Nachfrage nach umweltfreundlicher Mobilität in den USA Rechnung tragen", erklärte Flixmobility-Mitgründer André Schwämmlein (40) anlässlich der Übernahme.

Für Schwämmlein ist das allerdings nur ein Zwischenschritt. Die größten Pläne verfolgt er langfristig in der Heimat – mit dem Angriff auf den Schienenfernverkehr und die Deutsche Bahn. 

Das deutsche Unternehmen ist bereits seit 2018 mit seiner Flixbus-Marke in den USA unterwegs. Zurzeit bedient es dort nach eigenen Angaben 195 Ziele. Eine Übernahme von Greyhound, das zuletzt 423 Millionen US-Dollar umsetzte, war von Anfang an im Gespräch .

Greyhound gehörte bislang zum britischen Transportkonzern Firstgroup. Mit dem Verkauf stärke das Unternehmen seinen Fokus auf öffentliche Verkehrsangebote in Großbritannien, teilte Firstgroup mit.

Wie Flixmobility die traditionsreiche Marke Greyhound mittelfristig integrieren will, blieb zunächst offen. Im Moment bleibe alles beim alten, beide Unternehmen arbeiteten getrennt voneinander, hieß es. "Mit einer über 100-jährigen Geschichte wissen wir, wie wertvoll die Marke Greyhound ist und wir freuen uns darauf, in der Zukunft von der Erfahrung zu profitieren", teilte Flixmobility mit.

Offen ist vor allem, was mit den über 1000 Bussen aus dem Bestand von Geyhound geschehen wird. Flixbus agiert als Plattformunternehmen, das grundsätzlich weder Fahrer direkt beschäftigt noch die Busse besitzt. Meist mittelständische Partnerunternehmen bedienen für Flixbus die angebotenen Strecken und erhalten dafür in der Regel knapp 75 Prozent des Umsatzes.

In Deutschland ist Flixmobility seit Jahren mit großem Abstand Marktführer auf dem Fernbusmarkt. Nach der Coronakrise, in der das Geschäft weitestgehend brach lag, wollen die Münchener nun die Deutsche Bahn verstärkt mit eigenen Zügen angreifen . Wirtschaftlich ist das langfristig noch bedeutender.

la/phal/dpa
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