Drei Ex-Pharma-Chefs im Boot Ex-McKinsey-Chef Baur konkretisiert Spac-Pläne

Ex-McKinsey-Deutschlandchef Cornelius Baur treibt seine Spac-Pläne voran: Mit einer Firmenhülle, die in Amsterdam notiert sein soll, will er auf die Suche nach einem Übernahmeziel aus Europas Gesundheitsbranche gehen. Mit im Boot: Drei prominente Köpfe aus der Pharmaindustrie.
Neu im Spac-Geschäft: Ex-McKinsey-Manager Cornelius Baur

Neu im Spac-Geschäft: Ex-McKinsey-Manager Cornelius Baur

Foto: imago/argum

Der ehemalige Deutschland-Chef von McKinsey macht Ernst: Gemeinsam mit drei früheren Pharma-Vorstandschefs will er - wie von manager magazin bereits prophezeit  - mit einer leeren Unternehmenshülle auf die Suche nach Übernahmezielen aus der Gesundheitsbranche gehen. Mit dem Übernahmevehikel European Healthcare Acquisition & Growth Company (EHC) wollen Cornelius Baur (59) als Vorstandschef und seine Mitstreiter 200 Millionen Euro einsammeln und an die Amsterdamer Börse gehen, wie EHC am Dienstag mitteilte. Mit dem Geld wollen sie binnen 24 Monaten ein europäisches Unternehmen schlucken, das aus der Biotech-, Spezialpharma-, Medizintechnik- oder Laborbranche kommt und 500 Millionen bis zwei Milliarden Euro wert ist.

Zu Baurs Team gehören die ehemaligen Vorstandschefs Axel Herberg (Gerresheimer), Stefan Oschmann (64, Merck KGaA) und Peer Schatz (56, Qiagen). Mitinitiator des Spac (Special Purpose Acquisition Company) ist der Investor Stefan Winners (54), der im Frühjahr mit Lakestar SPAC I eines der ersten deutschen Spacs an die Frankfurter Börse gebracht hatte, das inzwischen mit dem Reiseportal HomeToGo verschmolzen ist. Der 59-jährige Baur hatte im Frühjahr seinen Posten als Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey aus Altersgründen abgegeben und muss dort mit 60 Jahren vollständig ausscheiden.

Er begründete die Ausrichtung des Spac auf die Pharmabranche so: "Trotz seines enormen Potenzials ist der europäische Gesundheitssektor deutlich unterrepräsentiert, was seinen Anteil an börsennotierten Unternehmen, Finanzierungen und Transaktionen betrifft." EHC sei eine attraktive Alternative für Unternehmen, die nicht auf Bankkredite oder Finanzinvestoren bauen wollten.

Die Spac-Welle war Anfang des Jahres aus den USA nach Europa geschwappt, weil Investoren auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten sind. Die Amsterdamer Börse entpuppte sich dabei als begehrtester Börsenplatz, in Frankfurt wurden weniger als eine Handvoll Spacs gelistet. Käufer der Spac-Aktien setzen darauf, dass die Inititatoren ein attraktives Übernahmeziel finden, haben aber die Chance, in diesem Moment auszusteigen. In den USA sind zahlreiche dieser "De-Spac-ings" daran gescheitert, dass sich zu viele Anleger der ersten Stunde zurückzogen.

cr/Reuters
Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.