Ex-Commerzbank-Vorstand Roland Boekhout heuert bei Berater Bain an

Er stand jahrelang in Diensten der ING, die Commerzbank verließ er als Vorstand nach nur einem Jahr: Jetzt heuert der ehemalige Top-Banker Roland Boekhout beim Berater Bain an.
Künftig in Diensten bei Bain: Der ehemalige Topbanker Roland Boekhout

Künftig in Diensten bei Bain: Der ehemalige Topbanker Roland Boekhout

Die Unternehmensberatung Bain & Company hat den ehemaligen Spitzenbanker Roland Boekhout (58) unter Vertrag genommen. Der Niederländer, der bis Ende vergangenen Jahres als Commerzbank-Vorstand für das Firmenkundengeschäft verantwortlich zeichnete , unterstützt künftig als "External Advisor" Bain in der Beratung von Banken, wie ein Sprecher auf Anfrage von manager magazin erklärte.

Boekhout, der im Januar letzten Jahres von der ING zur Commerzbank gewechselt war, hatte zuvor die deutsche ING-Tochter zu einer führenden Digitalbank gemacht und das Firmenkundengeschäft ausgebaut. Nach der Rückkehr zum Mutterkonzern arbeitete er an der Integration der niederländischen und der belgischen Einheit, um die ING effizienter zu machen.

Der Niederländer ist ausgewiesener Digitial-Experte und hatte sich eigentlich Hoffnungen gemacht, die Commerzbank als CEO zu sanieren und in eine digitale Zukunft zu führen. Es kam anders - Manfred Knof (56) übernahm den Job des scheidenden Commerzbank-Chefs Martin Zielke (58). Boekhout fehlte in der kurzen Zeitspanne seit Amtsantritt offenbar die Gelegenheit, sich ausreichend für den CEO-Posten auszuzeichnen.

Umso mehr sind sein Know-how und langjährigen Erfahrungen jetzt bei Bain gefragt. Boekhout habe in seiner Karriere als Banker den internationalen Bankensektor "maßgeblich mitgestaltet", lobt Bain-Partner Dirk Vater, Leiter der Praxisgruppe Financial Services Europa, Mittlere Osten und Afrika. Boekhut werde für Bain "eine große Bereicherung" sein. Zu Boekhouts Schwerpunkten zählen das Universalbankengeschäft, Transformations- und Digitalisierungsprojekte, Unternehmensstrategie und -finanzierung sowie internationales Banking.

Experte für Digitalisierung

Boekhout wird bei Bain projektgebunden arbeiten und darf andere Beratungsmandate annehmen, soweit sie sich nicht mit der Arbeit bei Bain überschneiden. Klar dürfte sein, dass der Ex-Banker die Kunden Bains bei der Digitalisierung ihres Geschäftsmodells tatkräftig unterstützen wird. "Die digitale Transformation macht es den Banken möglich, ihr Geschäft einfacher und effektiver denn je zu gestalten", betont Boekhout. Dabei müsste aber der Kunde im Mittelpunkt des Interesses stehen. Reine Effizienzsteigerung Haupttreiber des digitalen Wandels verringere die Erfolgsaussichten "deutlich".

Wenn Banker zu Beratern werden

Dass Topbanker in das Beraterlager wechseln, ist keine Seltenheit: Andreas Dombret (61) etwa, ehemals Manager bei der Bank of America und von 2010 bis 2018 Vorstand bei der Bundesbank, übernahm in der Folgezeit gleich eine ganze Reihe von Beratungsmandaten: zum Beispiel für Oliver Wyman, die japanische Großbank Sumitomo Mitusui Banking oder zuletzt bei der US-Investmentbank Houlihan Lokey .

Oder Frank Strauß (51): Der ehemalige Postbank-Chef und Vorstand der Deutschen Bank ist davon überzeugt: Die Zukunft des Bankings ist digital. In diesem Bereich ist Strauß als Berater für Finanzdienstleister oder Softwarehersteller tätig , als Chairman für gleich mehrere Firmen und inzwischen auch selbst als Investor tätig, wie sein LinkedIn-Profil  zeigt.

rei