Chinesischer Immobilienriese Evergrande-Tochter kann Milliardenkredit nicht bedienen

Eine Tochter des insolventen Evergrande-Konzerns kann einen Milliardenkredit nicht bedienen. Als Grantie hatte sie eine Beteiligung an einer chinesischen Bank hinterlegt, die soll sie nun verkaufen. Ein Restrukturierungsplan ist immer noch nicht in Sicht.
Evergrande: Jetzt haben auch Töchter des chinesischen Immobilienriesens Probleme, Kredite zu bedienen

Evergrande: Jetzt haben auch Töchter des chinesischen Immobilienriesens Probleme, Kredite zu bedienen

Foto: TYRONE SIU / REUTERS

In China soll eine Tochter des strauchelnden Immobilienriesen Evergrande 1,3 Milliarden Dollar (1,27 Milliarden Euro) zahlen, weil sie einen Kredit nicht bedienen kann. Evergrande teilte am Sonntagabend (Ortszeit) in einer Pflichtmitteilung an die Börse in Hongkong mit, dass die Evergrande Group Nanchang ihren Verpflichtungen einem Gläubiger gegenüber nicht nachgekommen sei. Daher soll sie eine für den Kredit hinterlegte Garantie nun auszahlen, eine Beteiligung an der Bank Shengjing im Wert von ebenfalls 1,3 Milliarden Dollar.

Im Juli 2021 hatte der Gläubiger, der in der Erklärung nicht namentlich genannt wurde, eine Garantie für die Anleihen bestimmter von Evergrande kontrollierter Unternehmen übernommen. Nanchang leistete Rückgarantien in Form einer Verpfändung von insgesamt 1,3 Milliarden Aktien, die es an der Shengjing Bank hielt.

In China steckt der gesamte Immobiliensektor in Schwierigkeiten. Die Immobilienkrise in China hat nach Einschätzung von Experten längst auf den nationalen Bankensektor übergegriffen - auch deshalb, weil chinesische Häuslebauer sich immer öfter weigern, ihre Kreditraten zu bezahlen, so lange keine Fortschritte auf den Baustellen zu beobachten sind. Durch den Zahlungsboykott wandert das Risiko von den Käufern zu den Banken .

Evergrande ist nach früheren Angaben mit mehr als 300 Milliarden Dollar verschuldet und hat mehrfach Zinszahlungen sowohl für Inlands- als auch für Auslandsanleihen nicht bedient. Der Immobilienriese gilt damit als pleite, auch wenn er offiziell noch nicht für bankrott erklärt wurde.

Der Konzern war lange die Nummer eins der Branche, die für mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts der Volksrepublik steht. Die Führung in Peking hatte 2020 damit begonnen, den Immobiliensektor schärfer zu regulieren, um die Spekulation mit Gebäuden einzuschränken.

Evergrande sollte im vergangenen Monat einen Plan zur Umstrukturierung vorlegen, bislang fehlt dieser. Der Immobilienriese teilte vergangenen Freitag lediglich mit, er mache Fortschritte mit seinem Offshore-Restrukturierungsplan, blieb aber auch hier nähere Informationen schuldig. Die gesamten Auslandsschulden belaufen sich auf rund 23 Milliarden Dollar. Sie gelten großteils als notleidend, weil der Konzern mehrfach Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt hatte.

Evergrande hatte zur Schuldenreduzierung in den vergangenen Monaten Beteiligungen an anderen Firmen sowie Teile seines eigenen Geschäfts verkauft. Im Angebot ist nach wie vor der Hauptsitz in Hongkong, ein Gebäude mit 26 Stockwerken, das mehr als eine Milliarde Euro einbringen soll.

rei/AFP
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