Immobilienkonzern Staat will Evergrande angeblich unter die Arme greifen

Die Provinzregierung von Guangdong wolle für den wankenden Immobilienkonzern Evergrande bis März einen Restrukturierungsplan vorlegen, heißt es. Die zu einem Pennystock verkommene Aktie legt in Hongkong zu.
Evergrande-Zentrale in Shenzhen: Hängepartie bald zu Ende?

Evergrande-Zentrale in Shenzhen: Hängepartie bald zu Ende?

Foto: ALY SONG / REUTERS

Beim strauchelnden Baukonzern Evergrande in China zeichnet sich womöglich doch noch eine Lösung für die Schuldenprobleme ab. Der zweitgrößte chinesische Immobilienentwickler soll von der Provinzregierung von Guangdong gestützt und restrukturiert werden, heißt es in einem Medienbericht. Zudem teilte Evergrande am Wochenende mit, dass ein Vertreter des staatlichen Vermögensverwalters China Cinda Asset Management in den Verwaltungsrat einziehen solle.

Investoren sahen das als Zeichen, dass die Regierung um eine Stabilisierung von Evergrande bemüht ist. Die Aktien  legten an der Börse in Hongkong am Montag zeitweise um rund 12 Prozent zu

Evergrande hat mehr als 300 Milliarden Dollar Schulden und hatte in der Vergangenheit mehrfach fällige Zinsen für Anleihen nicht bedient. Beobachter gehen davon aus, dass Peking eine Pleite des Konzerns wegen möglicher Schockwellen für die gesamte Branche verhindern will. Das Regime hatte aber nie explizit erklärt, den Konzern retten zu wollen. Bei ausländischen Investoren steht der Wohnungsbaukonzern mit rund 20 Milliarden Dollar in der Kreide.

Verkauf ausländischer Assets soll Offshore-Gläubigern zugutekommen

Laut einem Bericht des Informationsanbieters REDD will die Provinzregierung von Guangdong, wo Evergrande mittlerweile seinen Stammsitz hat, bis März einen umfassenden Restrukturierungsplan vorlegen. Die ausländischen Vermögenswerte sollen dem Bericht zufolge vom Konzern abgetrennt und an staatseigene Gesellschaften veräußert werden. Mit dem Geld sollen die Kredite und Anleihen von ausländischen Investoren zurückgezahlt werden. Bislang sind die Anleger davon ausgegangen, dass zuerst chinesische Investoren ihr Geld zurückerhalten.

Als weiteres Zeichen, dass ein Konzernumbau bevorsteht, deuteten Anleger die Berufung des Chefs der Evergrande-Tochter New Energy Vehicle Group in den Verwaltungsrat. Er soll zusammen mit dem Vertreter des Vermögensverwalters China Cinda den Umbau federführend begleiten. Evergrande hatte bereits im Oktober erklärt, künftig das Elektroautogeschäft dem Immobiliengeschäft vorzuziehen.

rei/Reuters