Lufthansa-Tochter Piloten bestreiken am Donnerstag Eurowings

Im Streit über die Arbeitsbedingungen bei Eurowings ruft die Vereinigung Cockpit zu einem ganztägigen Streik bei der Lufthansa-Tochter auf. Die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag bei Eurowings seien laut Pilotengewerkschaft gescheitert.
Arbeitskampf: Am Donnerstag droht ein Streik beim Billigflieger Eurowings

Arbeitskampf: Am Donnerstag droht ein Streik beim Billigflieger Eurowings

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für Donnerstag einen 24-stündigen Streik bei der Lufthansa-Tochter Eurowings angekündigt. Der Arbeitskampf beim Billigflieger dauere von 00.00 bis 23.59 Uhr, teilte VC am Dienstagabend mit.

Eurowings kritisierte den angekündigten Streik als unverhältnismäßig und unverantwortlich. Zunächst war nicht bekannt, wie viele Flüge von dem Ausstand betroffen sind. Bestreikt werde der Flugbetrieb von Eurowings Deutschland, aber nicht jener von Eurowings Europe, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag bei Eurowings seien laut VC gescheitert. Zehn Gesprächsrunden hätten zu keiner nennenswerten Annäherung geführt. Zentrale Forderung der VC sei die Entlastung der Beschäftigten etwa durch die Reduzierung der maximalen Flugdienstzeiten sowie die Erhöhung der Ruhezeiten. Seit 2015 habe es hier keine Anpassungen gegeben.

Die Arbeitsbelastung sei erheblich gestiegen, erklärte die Gewerkschaft. "Der Arbeitgeber schöpft regelmäßig die Einsatzzeit der Kolleginnen und Kollegen bis zum zulässigen Maximum aus, das kann kein Dauerzustand sein." Man bedauere die Einschränkungen für die Fluggäste. Doch aufgrund des mangelnden Entgegenkommens des Managements bleibe derzeit nur die Option, den Forderungen mit einem Arbeitskampf Nachdruck zu verleihen.

"Wir sind offen für Gespräche darüber, wie wir langfristig zumutbare Arbeitszeiten für die Mitarbeiter bei Eurowings erreichen können", sagte Marcel Gröls (44), Vorsitzender Tarif der Vereinigung Cockpit. Bisher sei es aber nicht möglich, sich mit dem Arbeitgeber auf einen gemeinsamen Weg zu verständigen. "Es reicht nicht, am Verhandlungstisch zu sitzen – man muss auch Lösungswillen mitbringen und Gegenforderungen nicht als Angebot präsentieren."

Eurowings-Personalchef Kai Duve sagte dagegen, die Gewerkschaft fordere trotz zweier in den kommenden vier Monaten anstehender Gehaltserhöhungen von deutlich mehr als zehn Prozent 14 zusätzliche freie Tage im Jahr sowie eine Senkung der maximalen Wochenarbeitszeit um fünf Stunden. "Das ist in Zeiten, in denen sich Millionen Menschen vor einem kalten Winter und der nächsten Heizkostenrechnung fürchten, nicht nur maßlos. Die Forderungen würden auch 20 Prozent unserer Flüge unmöglich machen und damit die Zukunftsfähigkeit des Flugbetriebs und seiner Mitarbeitenden gefährden", stellte der Manager fest.

hr/reuters, dpa-afx
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.