EU Türkei feiert den Erfolg

Der Beginn der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei hat das Vertrauen der Investoren in die türkische Wirtschaft gestärkt. Bundeskanzler Schröder ruft die Türkei zur Fortsetzung des Reformkurses auf – der Weg nach Europa bleibe "lang und schwierig".

Istanbul - "Die türkischen Märkte, die Wähler und auch die Regierung werden nach Jahren harter Arbeit sicherlich sehr erleichtert aufatmen", sagte Analyst Simon Quijano-Evans von der Bank Austria Creditanstalt. "Der weitere Weg wird sicherlich noch viele Hürden haben, aber die damit verbundenen Reformen werden die Tore für eine wirtschaftliche Konsolidierung, ausländische Investitionen und eine verbesserte soziale Situation öffnen."

Der Leitindex an der Istanbuler Börse kletterte am Dienstagnachmittag zwischenzeitlich auf den neuen Höchststand von 35.804 Punkten. Das entsprach einer Steigerung von mehr als 4 Prozentpunkten. Auch die Kurse der türkischen Staatsanleihen stiegen. Die Landeswährung Lira wurde im Interbankenhandel mit 1,3355 nach 1,3545 Dollar gehandelt.

"Für die Türkei hat eine neue Ära begonnen", sagte Außenminister Abdullah Gül zum Start der Verhandlungen. "Europa hat heute gewonnen", sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer.

Noch ein langer Weg bis zum Beitritt

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Türkei zur Fortsetzung der eingeleiteten Reformen aufgefordert. Er freue sich, dass die EU und die Türkei die Beitrittsverhandlungen aufgenommen hätten, die "lang und schwierig werden", hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung des Kanzlers. Damit löse die EU ein vor über 40 Jahren gegebenes Versprechen ein.

Damit die Türkei in die EU aufgenommen werden kann, ist die Zustimmung aller 25 EU-Staaten erforderlich. Derzeit lehnt vor allem in Westeuropa eine Mehrheit der Bevölkerung einen Beitritt ab.