Samstag, 19. Oktober 2019

IW-Studie Litauen ist Osteuropa-Primus

Welcher der osteuropäischen EU-Neulinge ist am schnellsten fit für den Euro? Das Institut der deutschen Wirtschaft hat einen klaren Favoriten. Polen, Ungarn und Tschechien haben dagegen ein Problem, das Deutschland gut kennt.

Köln - Die osteuropäischen Länder Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen und Slowenien hatten sich bereits mit ihrem Beitritt zur Europäischen Union (EU) vor einem Jahr darauf festgelegt, ihre Landeswährung irgendwann gegen den Euro zu tauschen. Bis es soweit ist, müssen sie die Maastrichter Konvergenz-Kriterien erfüllen.

 Europa wächst zusammen: Die acht neuen EU-Länder im Osten könnten frühestens 2007 auch Mitglieder der Euro-Zone werden
[M] mm.de
Europa wächst zusammen: Die acht neuen EU-Länder im Osten könnten frühestens 2007 auch Mitglieder der Euro-Zone werden
Außerdem dürfen die Euro-Aspiranten den Wechselkurs ihrer Währung schon jetzt nur noch um maximal 15 Prozent gegenüber dem Euro schwanken lassen. Gelingt dies den EU-Neulingen über einen Zeitraum von zwei Jahren und erfüllen sie zudem die Maastrichter Kriterien, darf ihnen der Euro nicht mehr verwehrt werden: Die EU-Mitglieder werden in einem zweiten Schritt auch Mitglied der Eurozone. Theoretisch wäre das frühestens 2007 der Fall.

Ob und zu welchem Zeitpunkt der Beitritt zur Europäischen Währungsunion (EWU) tatsächlich sinnvoll ist, hängt aber auch davon ab, ob sich die Volkswirtschaften mit denen der bestehenden EWU-Mitglieder wenigstens einigermaßen im Gleichtakt bewegten, schreibt das IW.

Verschuldung: Tschechien, Polen, Ungarn abgeschlagen

Die Maastricht-Kriterien sehen unter anderem vor, dass die Neuverschuldung eines Euro-Landes nicht höher sein darf als 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). So viel Haushaltsdisziplin bringen derzeit laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) nur die drei baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen sowie Slowenien auf. Estland hat als Primus im Jahr 2004 sogar einen Haushaltsüberschuss von 0,5 Prozent des BIP erwirtschaftet.

Verschuldung: Estland liegt vorn, Polen muss nachsitzen
Die größeren Volkswirtschaften der Länder Tschechien, Ungarn und Polen, beliebte Anlageländer zahlreicher Osteuropa-Fonds, nehmen es mit der Haushaltsdisziplin dagegen noch nicht so genau.

Ihre Neuverschuldung liegt mit Werten zwischen 4,8 und 5,6 Prozent weit über der 3-Prozent-Marke. Der Durchschnitt aller Euroländer liegt bei 2,9 Prozent, die Defizit-Sünder Deutschland und Frankreich weisen seit Jahren eine Neuverschuldung über 3 Prozent auf.

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