Geldtransfer "Die Früchte der Euro-Einführung"

Angepasst. Ab 2003 kosten Auslands- und Inlands-Überweisungen gleich viel.

Brüssel - Die europäischen Verbraucher sollen von Juli 2003 an für Auslandsüberweisungen in der Euro- Zone nicht mehr zahlen müssen als für Geldtransfers im Inland. Die EU-Binnenmarktminister einigten sich am Montag nach Angaben des Staatssekretärs im Bundesjustizministerium, Hansjörg Geiger, in Brüssel auf eine entsprechende Verordnung.

In einem ersten Schritt sollen elektronische Geldtransfers ins Euro- Ausland in einer Größenordnung bis 12.500 Euro nicht mehr als Überweisungen im Inland kosten. Von spätestens Juli 2003 solle es dann keine Kostenunterschiede mehr für Transfers von bis zu 12.500 Euro geben. Diese Schwelle solle in einem letzten Schritt 2006 auf 50.000 Euro angehoben werden. Die Verbraucher könnten damit die Früchte der Euro-Einführung ernten, sagte Geiger.

Ein Sprecher von EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein begrüßte die Einigung ebenfalls, der das Europäische Parlament noch zustimmen muss. "Wir haben erstmals eine verbindliche Regelung, die sich auf alle Überweisungen in Euro erstreckt, sagte er. Geiger geht davon aus, dass das Parlament der Verordnung zustimmen werde.

Die Banken müssen mitspielen

Geiger appellierte an die Banken, die neue Verordnung nicht dahin zu interpretieren, dass sie die Inlandsgebühren nun anheben könnten, um niedrige Auslandsgebühren zu finanzieren. "Ich hoffe, die Banken erhöhen nun nicht", sagte er. Zudem seien die EU-Länder den Instituten entgegengekommen, da ursprünglich Gebühren für den elektronischen Zahlungsverkehr - wie Abhebungen am Geldautomaten - vom 1. März 2002 an geregelt werden sollten.

Mit dem jetzt vereinbarten 1. Juli 2002 hätten die Banken mehr Zeit, sich auf die Neuerung vorzubereiten. Er hoffe zudem, dass die Institute nicht gegen die Verordnung klagen würden, für die auch die Bundesregierung gestimmt habe: "Ich rechne mit der Vernunft der Banken", sagte Geiger.

Verbraucherverbände hatten in der Vergangenheit beklagt, dass die Banken die Kostenvorteile durch die Einführung des Euro bei Überweisungen nicht an die Kunden weitergegeben hatten. Ursprünglich hatte die Bundesregierung auf eine freiwillige Lösung im Streit um die Bankgebühren gesetzt.

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