Banken Angepasst

Die europäischen Geldhäuser geben nach. Überweisungen ins Ausland werden erheblich billiger.

Brüssel - Die europäischen Banken haben eine schrittweise Senkung ihrer Gebühren für grenzüberschreitende Zahlungen vorgeschlagen. Sie reagierten damit auf den Druck der Europäischen Kommission, die eine Senkung dieser Gebühren auf das Niveau bei nationalen Überweisungen und Abhebungen erreichen will.

Der am Montag in Brüssel vorgelegte Vorschlag des Europäischen Bankenverbandes sieht vor, dass Abhebungen und Überweisungen vom Jahr 2006 an EU-weit nur noch so viel Kosten sollen wie innerhalb der Mitgliedsstaaten.

24 Euro Bearbeitungsgebühr

Die Gebühren für grenzüberschreitende Überweisungen innerhalb der Europäischen Union und des Euro-Raums sind nach Erhebungen der Europäischen Kommission nach wie vor sehr hoch. Bank- und Sparkassenkunden in der Europäischen Union müssten für eine Überweisung von 100 Euro ins EU-Ausland durchschnittlich 24 Euro Bearbeitungsgebühr entrichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine im März durchgeführte und im September veröffentlichte Stichprobenerhebung der Europäischen Kommission. Darin wurden 1480 Überweisungen in der gesamten EU untersucht.

Im Jahr 1993, zum Zeitpunkt der ersten vergleichbaren Studie, habe die Bearbeitungsgebühr noch unter dem nun festgestellten Durchschnittsbetrag gelegen, heißt es in dem Bericht. Das veranschauliche, dass der Kommission nichts anderes übrigbleibe, als verbindliche Rechtsvorschriften vorzuschlagen, die die Banken verpflichten, für grenzüberschreitende Zahlungen die gleichen Gebühren zu erheben wie für Inlandsüberweisungen, sagte der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Frits Bolkestein.

"Wenn die europäischen Bürger erst einmal Euro-Geldscheine und -Münzen im Portemonnaie haben, werden sie noch weniger Verständnis für diese hohen Gebühren aufbringen und sie nicht hinnehmen", sagte das für den Verbraucherschutz zuständige Kommissionsmitglied, David Byrne.

Missmutiger Bankenverband

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat in der vergangenen Woche mit deutlicher Kritik auf die Genter Erklärung der EU-Staats- und Regierungschefs zu Gebühren für grenzüberschreitende Überweisungen reagiert. Es sei ein Preisdiktat und "ordnungspolitisch nicht tolerabel", per Verordnung die Gebühren für grenzüberschreitende Zahlungen an die für innerstaatliche Überweisungen anzugleichen, hieß es in einer BVR-Mitteilung in der vergangenen Woche.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) hatten den Rat für Wirtschaft und Finanzen (Ecofin) aufgefordert, bis Dezember über einen entsprechenden Vorschlag der Europäischen Kommission zu beschließen. Die Zuständigkeit des Rates stellt der BVR indes nicht in Frage.

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