Samstag, 19. Oktober 2019

Wiedervereinigung Griechische Zyprer lehnen ab

Die griechischen Zyprer haben den Uno-Plan zur Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel abgelehnt. EU-Recht wird ab 1. Mai damit nur im Südteil der Insel gelten. Die EU-Kommission kündigte Finanzhilfen für den türkischen Norden an.

Nikosia - Die griechischen Zyprer haben den UN-Plan zur Wiedervereinigung der Inselrepublik mit 75,83 Prozent abgelehnt. Nach dem vorläufigen Endergebnis betrug die Wahlbeteiligung 89,19 Prozent. Wie die zentrale Wahlkommission im griechischen Süden Zyperns bekannt gab, stimmten 24,17 Prozent für den UN-Plan. Damit wird das EU-Recht ab 1. Mai nur im Südteil gelten.

Touristenziel Nicosia: Griechen fürchten Konkurrenz aus dem Norden
Angaben von Fernsehsendern zufolge hat die türkisch-zyprische Volksgruppe bei ihrer getrennten Volksabstimmung im Norden der Mittelmeerinsel mit bis zu 61 Prozent dem Uno-Plan zugestimmt.

EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen hatte heute noch einmal die Haltung der Regierung der griechischen Zyprer kritisiert. Er warf ihr vor, eine Wiedervereinigung aus wirtschaftlichen Gründen und Konkurrenzangst abzulehnen. Die griechischen Zyprer leben vor allem wegen des Tourismus in weit größerem Wohlstand als ihre türkischen Nachbarn.

Verheugen: Angst vor türkischer Konkurrenz

Die Insel ist seit der türkischen Invasion im Nordteil im Jahr 1974 geteilt. Dem Truppeneinmarsch war ein Putsch griechischer Zyprer vorausgegangen, die von der damals in Griechenland herrschenden Militärjunta unterstützt wurden. Der Konflikt hat die Beziehungen zwischen den beiden Staaten jahrzehntelang belastet. Inzwischen strebt auch die Türkei einen Beitritt zur EU an. Griechenland ist bereits 1981 Mitglied der Gemeinschaft.

Die Europäische Kommission reagierte auf die Entscheidung mit Enttäuschung. "Eine einzigartige Gelegenheit, die lang andauernde Zypernfrage zu lösen, wurde ausgelassen", hieß es in einer Erklärung.

Hilfe für türkischen Teil geplant

Das "Ja" der türkischen Zyprer begrüßte die Behörde hingegen ausdrücklich. "Das signalisiert klar den Wunsch dieser Gemeinschaft, das Problem der Insel zu lösen." Die Kommission will an diesem Montag beim Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg ihre Sicht der weiteren Entwicklung der seit 30 Jahren geteilten Insel geben. Siesei bereit, Wege zu finden, um die wirtschaftliche Entwicklung des türkischen Nordens voranzubringen.

In diplomatischen Kreisen in Brüssel hieß es, dass die EU dem Nordteil massive Finanzhilfe gewähren wird. Weder die türkische Bevölkerung noch die Türkei dürften für die Absage der griechischen Zyprer bestraft werden.

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