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Etwas verjüngt

Ein Duo soll Bosch aus der Stagnation führen.
Von Thomas Werres und Frank Scholtys
aus manager magazin 1/2003

Bosch-Vize Tilman Todenhöfer (59) hat allen Grund, enttäuscht zu sein. Jahrelang trat er immer nur als treuer Gefolgsmann von Bosch-Lenker Hermann Scholl (67) auf.

In jüngster Zeit hatte der Manager gehofft, die undankbare Rolle des ewigen Zweiten endlich abstreifen zu können. Es schien so, als würde Scholl seinen Duzfreund Todenhöfer zu seinem Nachfolger an der Bosch-Spitze küren (siehe mm 11/2002). Am Ende aber blieb Todenhöfer die Beförderung doch verwehrt.

Scholl bestimmte den bislang für die Dieselsparte zuständigen Franz Fehrenbach (53) zum neuen Chef. Als Stellvertreter gab er ihm Siegfried Dais (54), den Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung, zur Seite. Das Gespann soll den wirtschaftlich unter Druck geratenen Konzern aus der Stagnation führen.

Ob mit der zaghaften Verjüngung der Führung tatsächlich ein Ruck durch das verkrustete Unternehmen geht, ist fraglich. Beide Herren gelten, wie Scholl, als exzellente Techniker. Doch sind die lang gedienten Boschler kaum Garanten dafür, dass sich bei dem schwäbischen Traditionskonzern die Firmenkultur ändert, das Geschäft stärker als bisher von Marketing und Vertrieb bestimmt wird.

Todenhöfer kann das Tun des künftigen Spitzenduos aus einer gewissen Distanz verfolgen. Er gibt, wie gewohnt, den Juniorpartner an Scholls Seite - von Juli 2003 an ausschließlich in der Industrietreuhand KG, dem Gesellschaftergremium bei Bosch.

Frank Scholtys/Thomas Werres

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