Montag, 24. Juni 2019

Entrepreneur des Jahres 2003 Die fünf Sieger

Wer sind die Gewinner, welche Unternehmen führen sie? In fünf Kategorien prämierte die hochkarätige Jury die Entrepreneure des Jahres 2003.

Sieger Industrie: Otto Bock HealthCare

Meike Brouwer setzt sich ein für ihr Unternehmen. Um die Produkte der Otto Bock Healthcare ins rechte Licht zu setzen, ließ sich die Produktmanagerin für eine Plakataktion im Minirock ablichten. Dass die kokette Werbekampagne den Blick auf Brouwers nacktes Bein lenkte, war beabsichtigt, denn sie hat nur noch eines. Ihr linkes Bein verlor die Managerin einst bei einem Motorradunfall.

Hans Georg Näder:
In naher Zukunft Querschnittsgelähmten das Aufstehen und Gehen ermöglichen
Nun trägt sie eine poppig lackierte Prothese, die sinnbildlich für das Geschäftskonzept des Otto-Bock-Geschäftsführers Hans Georg Näder steht: "Mein Ziel ist, dass man eine Prothese so selbstverständlich trägt wie heute eine Brille." Dieses Ziel verfolgt Näder ebenso beharrlich wie erfolgreich, seit er mit 28 Jahren die Firmenleitung von seinem Vater übernahm.

Binnen zwölf Jahren formte er aus einem kleinen Mittelständler eine international agierende Unternehmensgruppe, deren Umsatz sich auf 348 Millionen Euro vervierfachte und deren Mitarbeiterzahl sich in Deutschland auf 1400 verdoppelte. Mit 19 Akquisitionen richtete Näder das Unternehmen auf eine globale Wachstumsstrategie aus und setzte daneben in bester mittelständischer Manier auf Qualität und Innovation.

Eines der Highlights in Bocks Produktpalette ist das prozessorgesteuerte Kniegelenk namens C-Leg, dessen Sensoren jede Bewegung analysieren und entsprechende Steuerbefehle an ein Hydrauliksystem weiterleiten. Mit Hilfe des C-Leg können Beinamputierte zum Beispiel Radfahren. Und die Entwicklung geht weiter: In naher Zukunft will Otto Bock Prothesen auf den Markt bringen, die Querschnittsgelähmten per Elektrostimulation das Aufstehen und Gehen ermöglichen sollen.

Das Unternehmen selbst macht Näder derzeit fit für die Zukunft, indem er es auf die Anforderungen des Kapitalmarktes einstellt. Das bedeutet laut Näder nicht, dass sein Unternehmen unbedingt an die Börse müsse: "Aber es ist gut zu wissen, dass wir es jederzeit könnten."

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