Entrepreneure des Jahres 2001 Fabrikbeweger

Nürmont: Manfred Kreuzer macht mit der Verlagerung von Anlagen ein Millionengeschäft. Für ihn entschied sich die Jury in der Kategorie Dienstleistungen - ein Porträt.
Von Claus G. Schmalholz

Manche Erfolgsgeschichten beginnen ziemlich trostlos - wie die von Manfred Kreuzer zum Beispiel. Sein erster Versuch, eine Firma zu gründen, endete in einem Desaster. Der Freund, mit dem er gestartet war, hatte ihn getäuscht. In Wahrheit verfügte der Kompagnon nicht über das Kapital, das ihm 51 Prozent der Anteile an dem gemeinsamen Unternehmen sicherte.

So war der jungen Firma nur ein kurzes Leben beschieden. Kreuzer verlor 100.000 Mark und stand vor dem Nichts. Trotzdem gab er nicht auf. Er glaubte fest an den Erfolg seiner Idee, ein Unternehmen für die Verlagerung von Produktionsanlagen aufzubauen, das er in Anlehnung an den Standort (Nürnberg) und den Geschäftszweck (Montage) Nürmont nannte. 1985 nahm er noch einmal Anlauf, ganz allein. Mit 26.000 Mark, die er sich von der Bank lieh.

Ein mutiger Schritt für den gelernten Kfz-Mechaniker und Maschinenbaumeister. Aber Kreuzer spürte, nein, er wusste, dass es bei großen Industrieunternehmen einen Bedarf für sein Angebot gab.

Von Anfang gehörte es zu Kreuzers Prinzipien, dass er niemals selbst mit anpackte. Er konzentrierte sich lieber auf seine Stärken, den Vertrieb und die Akquisition neuer Kunden.

Inzwischen beschäftigt Nürmont rund 600 Mitarbeiter, vor einem Jahr waren es erst rund 300.

Bei der Frage nach ungewöhnlichen Aufträgen muss Kreuzer nicht lange nachdenken. In Providence bei New York baute Nürmont eine ganze Gipsfaserplattenfabrik ab, transportierte sie nach Deutschland, um sie bei Bremen wieder neu zu montieren. Für Nestlé verlegte die Firma eine komplette Schokoladenfertigungsanlage von Berlin nach Russland.

Sein Erfolgsrezept, so sagt Kreuzer, sehe er vor allem in der Auswahl der Mitarbeiter. Einen Typus kann er nicht gebrauchen: Einzelgänger. Daher verfolgt der passionierte Fußballfan, der nebenbei Vorsitzender des 1. SC Feucht ist, bei der Besetzung von Führungspositionen eine klare Vorgabe: "Alle meine leitenden Angestellten sind Fußballspieler."

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