Entrepreneure des Jahres 2001 Super-Bayer

Brainlab: Aus einer Schüler-Bastelei entstand eine florierende Medizintechnikfirma. Stefan Vilsmeier siegte in der Kategorie Informationstechnologie - ein Porträt.
Von Claus G. Schmalholz

Ein Studium, lehrt der Werdegang von Stefan Vilsmeier, ist der Unternehmerkarriere nicht unbedingt dienlich. Seit zwölf Jahren leitet der 33-Jährige seine Medizintechnikfirma. Beim Aufbau der Firma war sein größter Vorteil, so der Informatik-Studienabbrecher, dass er unverbildet war. Er habe immer wieder einfache Fragen gestellt und sei mit einer Furchtlosigkeit ans Werk gegangen, die oft in der Erkenntnis gipfelte: Die anderen kochen auch nur mit Wasser.

Bemerkenswert an Vilsmeiers Karriere ist zweierlei. Mit 21 Jahren gründete er sein Unternehmen in einem Alter, in dem für andere das Bestehen einer Examensarbeit die größte Herausforderung darstellt. Das Startkapital von 150.000 Mark hat er mit einem Fachbuch über die Konstruktion von 3-D-Objekten selbst verdient.

Das Buch war der Anlass für die Uni-Klinik Wien, den 18-Jährigen zu ihren Neurochirurgen einzuladen. Für Vilsmeier war es die Initialzündung zur Gründung von Brainlab. Er schrieb eine Software für die neurochirurgische Eingriffsplanung, entwickelte das Programm auf PC-Basis weiter und fand schnell Kunden.

Von Beginn an setzte der Bayer auf Internationalisierung und baute ein weltweites Netz an Distributoren auf. 1996 stellte er sein erstes Gerät vor, das eine exakte Behandlung von Tumoren ermöglichte.

Inzwischen bietet Brainlab verschiedene Produkte an, die zum Beispiel die bildgestützte Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen ermöglichen. Ein zweites Standbein sind die Produkte für die computergestützte Chirurgie, die minimalin-vasive und damit schonende Operationsmethoden erlauben.

Eine saubere Erfolgsgeschichte, wäre da nicht der Makel des im Juli abgesagten Börsengangs. Vilsmeier begründet den Rückzug mit der Depression am Neuen Markt sowie einem allgemeinen Kaufstreik der Investoren. Einen neuen Termin nennt er vorerst nicht.

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