Entrepreneure des Jahres 2001 Mister Bond

Farhad Farassat gewann in der Kategorie Industrie. Sein Unternehmen F&K Delvotec stellt Hightech-Geräte für das Mikroschweißen von Computerchips her - ein Porträt.
Von Claus G. Schmalholz

Es ist das Licht. Auf das Licht ist Farhad Farassat (55) besonders stolz. In jeden Raum des verwinkelten Gebäudes in Ottobrunn bei München fällt Tageslicht, oft durch quadratische Lichtschächte in der Decke. Die natürliche Helligkeit sorge für eine angenehme Atmosphäre und spare außerdem eine Menge Strom, erklärt der Chef von F&K Delvotec Bondtechnik.

Die Firma Farassats ist Marktführer bei Geräten für das Mikroschweißen in der Chipverarbeitung. Der im Iran geborene Ingenieur hält mehrere Patente im Bereich der Bond-Technik. Er ist sozusagen Mister Bond.

Chef von F&K - ein Unternehmen, das heute so gut wie keine Schulden hat - wurde Farassat 1993 im Rahmen eines Management-Buy-outs mit seinem Kollegen Said Kazemi. Damals stand die Firma kurz vor dem Ruin, der Black & Decker-Konzern kaufte F&K. Farassat hatte bereits gekündigt, als die Black & Decker-Manager merkten, dass die Firma ohne Farassat als wichtigsten Know-how-Träger nicht zu retten war - und boten sie ihm für sechs Millionen Mark an.

Farassat und sein Kollege Kazemi, der inzwischen die US-Niederlassung leitet, kratzten all ihre Ersparnisse zusammen, liehen Geld von Freunden und kauften ihren ehemaligen Arbeitgeber. Sie krempelten das Unternehmen völlig um; steckten alles in die Entwicklung einer neuen Gerätegeneration, setzten kompromisslos auf Qualität: "Als kleine Firma haben wir nur eine Chance, wenn wir die beste Technologie der Welt anbieten", sagt Farassat.

Dies war der richtige strategische Ansatz, wie sich zeigte. Innerhalb kurzer Zeit gelang der Umschwung, schon im ersten Jahr machte die Firma zehn Millionen Mark Umsatz und über eine Million Mark Gewinn. Seitdem verzehnfachte sich der Umsatz auf 100 Millionen Mark. Auf der Kundenliste stehen bekannte Namen wie Siemens, Philips und Motorola.

Den derzeitigen Einbruch im Halbleitermarkt bekommt natürlich auch F&K zu spüren. Farassat rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von 10 Prozent. Weil F&K daneben aber viele Kunden aus dem Automobilbereich und der Medizintechnik beliefere, seien die Auswirkungen nicht dramatisch.

Wie Farassat es als Techniker geschafft hat, 150 Mitarbeiter zu führen und zu motivieren, erklärt er mit zwei Schlagwörtern: Offenheit, Fürsorge. Seine Abteilungsleiter müssen ihren Mitarbeitern über die wöchentlichen Besprechungen genauestens berichten.

Zweimal im Jahr gibt Farassat selbst alle Unternehmenszahlen bekannt, und er achtet sehr auf einen direkten Kontakt: "Ich gehe jeden Tag durch die Firma und rede mit allen Mitarbeitern", sagt er, "da spüre ich sofort, wo ich eingreifen muss."

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