Bauhaus, Obi, Hornbach So kämpfen die Baumärkte gegen die Energiekrise

Die Kosten für Gas und Strom steigen rasant. Die Unternehmen müssen darauf reagieren. Besonders trifft es die Baumärkte, die riesige Hallen beheizen und beleuchten müssen. Doch Bauhaus, Obi, Hornbach und Co haben Pläne.
Baumarkthallen: Beschäftigte und Kunden großer Baumarktketten in Deutschland müssen sich in der Energiekrise auf einige Veränderungen einstellen

Baumarkthallen: Beschäftigte und Kunden großer Baumarktketten in Deutschland müssen sich in der Energiekrise auf einige Veränderungen einstellen

Foto: DPA

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Steigende Kosten für Strom und Gas zwingen Unternehmen momentan erfinderisch zu werden, denn Heizen auf angenehme Temperaturen sowie eine Festbeleuchtung der Firmenzentrale ist zu teuer. Eine Branche dürfte es ganz besonders hart treffen: Die Baumärkte. Ihre Verkaufshallen sind riesig und lassen die Energiekosten ins Unermessliche steigen.

Um möglichst sparsam durch die kommenden Herbst- und Wintermonate zu kommen, setzen die Baumarktketten deshalb auf diverse Maßnahmen: Veränderte Öffnungszeiten, ausgeschaltete Beleuchtung oder dickere Kleidung für die Mitarbeitenden müssen nun herhalten, um Kosten zu senken. Eine Befragung des manager magazin verschiedener Baumärkte zeigt, dass die Firmen sehr unterschiedlich vorgehen. Viele Sparmaßnahmen beginnen allerdings nicht erst in den großen Warenhallen, sondern bereits in den Verwaltungsgebäuden.

Hornbach berichtet auf Nachfrage, dass man am Verwaltungsstandort in Bornheim zwei der fünf großen Gebäudekomplexen ab dem 15. Oktober nicht mehr beheizen werde. So solle der Strom-, Gas- und Wasserverbrauch vor Ort auf ein "absolutes Minimum" begrenzt werden, erklärt ein Sprecher. Die 1800 Beschäftigten würden seit der Pandemie sowieso überwiegend im Homeoffice arbeiten. Wer dennoch ins Büro kommen wolle, könne sich über Desksharing einen Arbeitsplatz in einem der beheizten Gebäude blocken, so Hornbach. Konkurrent Obi will durch das "hybride Arbeitsplatzkonzept" in den Verwaltungsgebäuden nicht genutzte Büroflächen ebenfalls "entsprechend regulieren", teilt das Unternehmen mit. Eine verschärfte Homeoffice-Regelung für die Mitarbeitenden gelte nicht.

Veränderungen auch für Kunden spürbar

Innerhalb der Verkaufshallen können allerdings auch Kunden in den kommenden Wochen durch die Energiekrise bedingte Veränderungen bemerken. So passt die Baumarktkette Toom bundesweit vorübergehend ihre Öffnungszeiten am Freitag an. Beginnend ab dem 4. November 2023 bis Ende März 2023 schließen die Filialen des Kölner Unternehmens freitags bereits um 20 Uhr statt bisher um 22 Uhr.

Für Hornbach kommt eine Reduzierung der Öffnungszeiten oder gar eine Schließung einzelner Märkte nur als "Ultima Ratio" infrage. "Wir sind für die Menschen ein wichtiger Grundversorger. Das gilt gerade auch für Brennstoffe, Heizgeräte und Produkte sowie Services rund um Energiesparmaßnahmen", heißt es dazu vom Konzern. Hornbach entwickelte stattdessen einen Stufen-Temperaturplan, der "die Reduktion von Soll-Raumtemperaturen innerhalb von bestimmten Zonen unserer Märkte" umfasst. Temperaturempfindliche Waren wie Pflanzen, Tierfutter oder Spachtelmasse sollen demnach in höher beheizten Zonen zusammen stehen oder durch eine Abdeckung vor Kälte geschützt werden.

Obi plant nicht, Öffnungszeiten zu reduzieren oder Gartencenter zu schließen. Die Kette arbeitet aber innerhalb der Märkte ebenfalls mit speziellen Temperatur-Zonen, senkt gegebenenfalls die Temperatur in Verkaufsräumen ab und dimmt die Beleuchtung in ausgewählten Bereichen auf ein Drittel. Auch werde der zentrale Warmwasserspeicher auf Eco-Betrieb umgestellt.

Bauhaus behält sich vor, mögliche Maßnahmen wie das Herabsenken der Innenraumtemeratur "flexibel und situativ" an die jeweiligen Standorte anzupassen. Ausnahmen bilden auch hier Bereiche wie der "Stadtgarten", in dem die Temperatur "im Sinne der Grünpflanzen nicht unter 17 Grad Celsius" fallen dürfe.

Außerhalb der Öffnungszeiten wollen die befragten Märkte möglichst alle ihre Beleuchtung sowie technische Geräte komplett ausschalten.

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