Montag, 24. Juni 2019

Wüstenstrom-Projekt Desertec droht die Abwicklung

Solartechnologie von ABB: Die Gesellschafter beraten kommende Woche über die Zukunft von Desertec

Desertec braucht dringend eine Geldspritze, doch die ist nicht in Sicht. Stattdessen ziehen sich immer mehr Gesellschafter aus dem Wüstenstrom-Projekt zurück - einem Bericht zufolge droht nun die Abwicklung.

Berlin - Der vor fünf Jahren mit großen Hoffnungen gestarteten internationalen Wüstenstrominitiative Desertec Industrial Initiative (Dii) droht einem Medienbericht zufolge das Aus. Der Zusammenschluss von 35 internationalen Konzernen kann sich nach Angaben aus Gesellschafterkreisen nicht auf eine Fortführung in bisheriger Form einigen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Ende des Jahres laufen die Verträge mit den Gesellschaftern aus. Das Überleben sichern könnte nur eine rasche verbindliche Zusage für einen neuen Etat von rund zwei Millionen Euro. Doch die sei nicht in Sicht.

Bei einem Treffen in Rom am kommenden Montag am Rande der Desertec-Jahreskonferenz wollen die Gesellschafter, zu denen RWE Börsen-Chart zeigen, Munich Re Börsen-Chart zeigen, ABB Börsen-Chart zeigen oder die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen gehören, dem Blatt zufolge über die Zukunft der Initiative beraten. Im Frühjahr hatten sich Eon Börsen-Chart zeigen und Bilfinger Börsen-Chart zeigen aus dem Projekt zurückgezogen.

Die Gesellschaft selbst äußerte sich der Zeitung zufolge nicht zu ihrer Zukunft. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte ein Dii-Sprecher demnach. Sie werde am Montag von den Gesellschaftern getroffen.

Die Initiative galt damals als eines der ehrgeizigsten Erneuerbare-Energien-Projekte überhaupt. Bis 2050 sollte sie den Weg für den Bau Hunderter Öko-Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten ebnen, die zusammen den Strombedarf der Region zu großen Teilen decken könnten - und dazu noch rund 15 Prozent des europäischen Verbrauchs.

ts/rtr

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