Dienstag, 28. Januar 2020

Boommarkt Energie Weshalb Siemens und GE auf die Kraftwerkssparte von Alstom fliegen

Turbinen-Produktion bei Siemens: Der Energiemarkt boomt weltweit

Auf die Schnellzugsparte von Alstom verzichten General Electric und Siemens gern, doch die Energietechnik elektrisiert beide. Denn trotz mancher Schwierigkeiten läuft das Geschäft mit Turbinen und Leitungen weltweit gut - und soll weiter stark wachsen.

Hamburg - Als General Electric Börsen-Chart zeigen in der vergangenen Woche nach Alstom griff, vermuteten manche Beobachter, nun wolle der US-Konzern auch im Markt für Hochgeschwindigkeitszüge angreifen. Und - kaum vorstellbar - die Franzosen könnten eines ihrer Nationalheiligtümer, den TGV, an die Amerikaner verlieren.

Weit gefehlt: Seit einigen Tagen geht es praktisch nur noch um das eigentliche Herzstück von Alstom Börsen-Chart zeigen, die Energiesparte. Sowohl GE als auch der konkurrierende Bieter Siemens buhlen um das Geschäft mit Turbinen, Leitungen und ganzen Kraftwerken.

Die Alstom-Energiesparte erwirtschaftete zuletzt rund 70 Prozent des Konzernumsatzes. In ihr arbeiten weltweit rund 65.000 Menschen, 9000 davon in Frankreich.

In allen drei Konzernen bildet das Energiegeschäft das Rückgrat der Aktivitäten, GE und Siemens Börsen-Chart zeigen erzielten zuletzt meist deutlich zweistellige Margen, Alstom schnitt etwas schwächer ab. Umso größer erscheint nun die Chance für die Angreifer, mit einem Zukauf Synergien zu heben und die Bedeutung der jeweiligen Energiesparte auf das Gesamtgeschäft weiter zu stärken.

"Die stetig wachsende Nachfrage nach Energie in den kommenden 20 Jahren birgt ein großes Umsatzpotenzial", befinden die Branchenexperten von Deutsche Bank Research über den internationalen Kraftwerksmarkt. Ihrer Studie zufolge wächst die Erzeugung von Strom aus Gaskraftwerken von 4760 Terawattstunden (2010) auf knapp 8500 im Jahr 2030. Stark wachsen werde auch die Erzeugung aus Windenergie, die aus Kohle und Atomenergie etwas schwächer.

Die Zukunft ist also potenziell golden für denjenigen, der sich jetzt richtig sortiert und auf den Wachstumsmärkten vertreten ist. Der Übernahmekandidat und die beiden Angreifer haben in manchen Segmenten bereits eine gute Ausgangsposition.

Bei Gasturbinen, die in Kraftwerken aus Erdgas Strom erzeugen, ist einer Studie der Societe Generale zufolge GE Weltmarktführer mit einem Anteil von 39 Prozent, vor Siemens (28 Prozent) und Mitsubishi (16 Prozent). Alstom kommt auf 4 Prozent.

Bei Leitungen und Transformatoren für die Stromübertragung steht der Schweizer ABB-Konzern Börsen-Chart zeigen mit einem Marktanteil von 19 Prozent an der Spitze, Siemens kommt auf 16, Alstom auf 10 Prozent - zusammen würden sie ABB überflügeln. GE hat einen Marktanteil von 3 Prozent.

Bei Dampfturbinen, die in Kohle- und Atomkraftwerken eingesetzt werden, tauchen noch ganz andere Namen auf: Führend sind hier BHEL aus Indien (18 Prozent), Toshiba Börsen-Chart zeigen (10 Prozent) und die chinesische Harbin Electric (7 Prozent).

Alstom und Siemens kommen auf je 4 Prozent, GE auf 3 Prozent Marktanteil - Sowohl eine Siemens/Alstom- also auch eine GE/Alstom-Kombination würde in diese Spitzengruppe vorstoßen. Insgesamt sei der Energietechnik-Markt globaler geworden, heißt es bei den Experten. Da ist Größe gefragt.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung