Dienstag, 28. Januar 2020

Sorge ums Trinkwasser Wasserbranche bildet Anti-Fracking-Lobby

Sorge um die Wasserqualität: Für Fracking werden Chemikalien mit hohem Druck in den Boden gespritzt

Wasserwirtschaft und Getränkeindustrie schließen sich gegen Fracking zusammen. Statt eines von Schwarz-Rot angekündigten Moratoriums will die Branche klare gesetzliche Vorgaben gegen die unkonventionelle Methode der Gasförderung.

Berlin - Aus Sorge um die Reinheit der Wasservorkommen in Deutschland fordert ein 700 Unternehmen umfassendes Bündnis strikte gesetzliche Regeln für die Gasförderung aus tiefem Gestein. Das von Union und SPD im Falle einer großen Koalition geplante Moratorium für das sogenannte Gas-Fracking wird zwar begrüßt. Aber eine gesetzliche Klarstellung sei dringend geboten.

Bisher gebe es mangels klarer gesetzlicher Festlegungen kaum eine Handhabe, Gasbohrungen unter Einsatz umweltgefährdender Chemikalien zu verbieten. Die Forderungen sollen am Freitag in einer "Gelsenkirchener Erklärung" veröffentlicht werden.

Getragen wird das Bündnis von Gelsenwasser, den Wasserwerken an der Ruhr, dem Deutschen Brauerbund, dem Verband Deutscher Mineralbrunnen und der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke. "Solange keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen und nicht alle Risiken für Gesundheit und Umwelt bewertet seien und ausgeschlossen werden könnten, wäre der Einsatz der Fracking-Technologie unverantwortlich", betont das Bündnis.

Die Reinheit des Wassers und die Gesundheit müssten Vorrang haben vor energiepolitischen oder wirtschaftlichen Interessen, heißt es. Laut Studien könnte Deutschland mit den Schiefergasvorkommen in tiefen Gesteinsschichten über zehn Jahre seinen Gasbedarf decken.

ak/dpa-afx

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung