Mittwoch, 24. April 2019

Alternative Heiztechnik Heizen mit Eis - und acht weitere scheinbar irre Ideen

6. Teil: Heizen mit Eis

Denkbar am weitesten von gängigen Vorstellungen über Heizungen entfernt sind Eisspeicher. Das sind Anlagen, die - genau - einen Eisblock zum Heizen verwenden. Das Zauberwort heißt Kristallisationsenergie. Die wird frei, wenn Wasser zu Eis gefriert - was passiert, während die Wärmepumpe dem in einem Betonbehälter gefangenen Eiskörper Wärme entzieht. Am Ende der Heizperiode gebildetes Eis kann dann wiederum im Sommer genutzt werden, um das Gebäude zu kühlen.

Solche Eisspeicher finden inzwischen in mehreren großen Wohnanlagen und auch manchen Firmengebäuden Verwendung. Zu den größten zählt mit 685 Kubikmetern Fassungsvermögen der Speicher unter der neu gebauten Firmenzentrale des Fertighausbauers Kampa in Aalen.

Das 22 Meter hohe Haus, das auch ein Ausstellungszentrum beherbergt, darf sich zugleich "Europas höchstes Gebäude aus Holz" nennen. Neben dem Eisspeicher wird auch ein Luft-Absorber als Wärmequelle genutzt. Und der Strom für die Wärmepumpe kommt von eigenen Solarzellen. Man erreiche eine komfortable Vorlauftemperatur von 65 Grad und habe "praktisch keine Energiekosten", freut sich Kampa-Geschäftsführer Josef Haas.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung