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Party oder Pleite: Die zehn größten Leveraged Buyouts und was aus ihnen wurde

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US-Versorger TXU ist pleite Das größte Private-Equity-Debakel aller Zeiten

Der gewagtetste Private-Equity-Deal aller Zeiten endet im Desaster. Sieben Jahre nach der 45-Milliarden-Dollar-Übernahme des US-Versorgers Energy Future Holdings (TXU) durch Finanzinvestoren um KKR ist der Energiekonzern kollabiert. Zu tun hat das auch mit dem Fracking-Boom in den USA.

Hamburg - Die letzte Hoffnung für Energy Future Holdings ruhte auf dem Wetter. Würde der außergewöhnlich kalte Winter in den USA den Gaspreis deutlich in die Höhe treiben und dem dahinsiechenden texanischen Versorger die dringend benötigte Geldinfusion verpassen? Ein hoher Gaspreis stimuliert auch den Strompreis, und das hätte mehr Einnahmen für das strauchelnde Unternehmen bedeutet.

Jetzt ist klar: Es hat nicht gereicht. Gestern hat der Energiekonzern Bankrott nach Kapitel 11 gemäß dem US-Insolvenzgesetz angemeldet. Es bleiben ein 40-Milliarden-Dollar-Schuldenberg und die bittere Erkenntnis, dass die größte fremdfinanzierte Übernahme des Typs "Leveraged Buyout" aller Zeiten gescheitert ist.

Es war das Jahr 2007, als die Private-Equity-Investoren KKR , TPG Capital und Goldman Sachs Capital Partners das Unternehmen übernahmen, das damals TXU hieß (den Namen trägt heute noch die Stromvertriebs-Tochtergesellschaft). Der Kaufpreis betrug 31,8 Millionen Dollar; inklusive Altlasten taxierten ihn Marktkenner auf etwa 45 Milliarden Dollar.

Leveraged Buyouts als der letzte Schrei

Damit rangiert der Deal laut Wall Street Journal  an der Spitze aller jemals getätigten derartigen Übernahmen. Das Fremdkapital, das den Kauf ermöglichte, stammte unter anderem von Investor-Legende Warren Buffett.

In der Finanzwelt waren derartige Geschäfte damals der letzte Schrei. Die Übernahmeziele konnten gar nicht groß genug sein. Auch in Deutschland gerieten zahlreiche Firmen ins Visier von internationalen Finanzinvestoren, landläufig "Heuschrecken" genannt.

Das Grundprinzip eines solchen Leveraged Buyouts: Investoren übernehmen ein Unternehmen und bürden diesem die für den Deal erforderlichen Kredite auf. Die Firma muss dann Zinsen, Tilgung und Dividenden aus dem laufenden Geschäft finanzieren.

Es gibt auch Gewinner der Pleite - Finanzinvestoren

In vielen Fällen ging das gut, alle Beteiligten hatten etwas davon, auch die übernommene Firma. Als Erfolgsgeschichte gelten die Übernahmen der Krankenhausfirma HCA, der Hotelkette Hilton und letztlich auch des deutschen Badarmaturen-Herstellers Grohe.

Der Fall Energy Future Holdings (TXO) zeigt jedoch, wie riskant solche Deals sein können. Sobald sich der Markt nicht so entwickelt wie erwartet, kann die gesamte Architektur des Deals in sich zusammenfallen. So geschah es bei den Texanern. Der Strompreis lag niedriger als erwartet - das brach dem Unternehmen das Genick.

Der Konzern, der einst auch in Deutschland aktiv werden wollte, ist der bedeutendste Versorger in dem zweitgrößten US-Bundesstaat und hat drei Millionen Kunden. Seine Tochter Luminant verfügt heute nach eigenen Angaben über Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 15.400 Megawatt, was etwa 15 bis 20 Großkraftwerken entspricht. Größtenteils verbergen sich dahinter Kohlekraftwerke, aber auch Gas- und Atomkraftwerke sowie Bezugsrechte für Windstrom.

Fracking-Boom brach dem Versorger das Genick

Mit all diesen Anlagen erwirtschaftete Energy Future Holdings bei weitem nicht die Erträge, die erforderlich gewesen wären um Gläubiger und Eigentümer zu befriedigen. Kombiniert mit der Finanzkrise führte der Gasboom in den USA zu einem Preisverfall bei dem Energieträger.

Deshalb war Strom billiger als erwartet. Vor allem die Atom- und Kohlekraftwerke des Versorgers spielten deshalb nicht die erwarteten Gewinne ein. Die einstigen Investoren haben ihre Beteiligung schon länger auf Null abgeschrieben.

Allerdings gibt es auch Gewinner der Pleite. In den vergangenen Wochen haben laut New York Times  einige Finanzinvestoren billig Forderungen aufgekauft. Im Insolvenzverfahren dürften sie nun zum Spottpreis die Kraftwerke von Energy Future Holdings übernehmen.

Eine lesenswerte aktuelle Analyse, weshalb einzelne Leveraged Buyouts scheiterten, findet sich bei Bloomberg .

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