Donnerstag, 5. Dezember 2019

US-Versorger TXU ist pleite Das größte Private-Equity-Debakel aller Zeiten

Party oder Pleite: Die zehn größten Leveraged Buyouts und was aus ihnen wurde
REUTERS

2. Teil: Es gibt auch Gewinner der Pleite - Finanzinvestoren

In vielen Fällen ging das gut, alle Beteiligten hatten etwas davon, auch die übernommene Firma. Als Erfolgsgeschichte gelten die Übernahmen der Krankenhausfirma HCA, der Hotelkette Hilton und letztlich auch des deutschen Badarmaturen-Herstellers Grohe.

Der Fall Energy Future Holdings (TXO) zeigt jedoch, wie riskant solche Deals sein können. Sobald sich der Markt nicht so entwickelt wie erwartet, kann die gesamte Architektur des Deals in sich zusammenfallen. So geschah es bei den Texanern. Der Strompreis lag niedriger als erwartet - das brach dem Unternehmen das Genick.

Der Konzern, der einst auch in Deutschland aktiv werden wollte, ist der bedeutendste Versorger in dem zweitgrößten US-Bundesstaat und hat drei Millionen Kunden. Seine Tochter Luminant verfügt heute nach eigenen Angaben über Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 15.400 Megawatt, was etwa 15 bis 20 Großkraftwerken entspricht. Größtenteils verbergen sich dahinter Kohlekraftwerke, aber auch Gas- und Atomkraftwerke sowie Bezugsrechte für Windstrom.

Fracking-Boom brach dem Versorger das Genick

Mit all diesen Anlagen erwirtschaftete Energy Future Holdings bei weitem nicht die Erträge, die erforderlich gewesen wären um Gläubiger und Eigentümer zu befriedigen. Kombiniert mit der Finanzkrise führte der Gasboom in den USA zu einem Preisverfall bei dem Energieträger.

Deshalb war Strom billiger als erwartet. Vor allem die Atom- und Kohlekraftwerke des Versorgers spielten deshalb nicht die erwarteten Gewinne ein. Die einstigen Investoren haben ihre Beteiligung schon länger auf Null abgeschrieben.

Allerdings gibt es auch Gewinner der Pleite. In den vergangenen Wochen haben laut New York Times einige Finanzinvestoren billig Forderungen aufgekauft. Im Insolvenzverfahren dürften sie nun zum Spottpreis die Kraftwerke von Energy Future Holdings übernehmen.

Eine lesenswerte aktuelle Analyse, weshalb einzelne Leveraged Buyouts scheiterten, findet sich bei Bloomberg.

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