Projekt der Bill & Melinda-Gates-Stiftung Smartphones sollen künftig mit Urin aufgeladen werden

Urin ist eine stark unterschätzte Energiequelle - davon ist die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates überzeugt. Sie fördert eine britische Universität bei dem Projekt, Smartphones mit der Kraft des Harns aufzuladen. Der Milliardär und seine Frau sollen begeistert sein.
Urinproben von den Olympischen Spielen: Die Kraft des Harns könnte Menschen in armen Ländern endlich Elektrizität bringen

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Foto: Getty Images

Hamburg - Auf der Suche nach neuen Energiequellen unterstützt die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates ein Projekt, das auf den ersten Blick verrückt anmutet: Britische Forscher arbeiten in ihrem Auftrag an einer Brennstoffzelle, die elektrischen Strom aus Urin erzeugen soll, wie die Financial Times berichtet. 

Das ganze funktioniert nach dem Prinzip des bakteriellen Stoffwechsels: Mikroben besiedeln eine so genannte mikrobielle Brennstoffzelle. Dort bauen sie organischen Brennstoff für ihr Wachstum ab - wie sie es in der Natur tun. Als Abfallprodukt der Zellatmung entstehen Elektronen. Diese fließen in der Brennstoffzelle im Kreis und erzeugen so elektrischen Strom.

Zum Einsatz soll das Verfahren zunächst in Entwicklungsländern kommen, wo Strom vielerorts Mangelware ist. Insofern wird das Vorhaben einem wesentlichen Ziel der Gates-Stiftung, die Menschen weltweit aus der Armut helfen will. "Wir wissen, dass Bill und Melinda begeistert von dem Projekt sind", sagte Ieropoulos.

Verfahren auch in Industrienationen anwendbar

Generell sei das Verfahren im größeren Stil auch in Industrienationen anwendbar. So kann es laut Ieropoulos helfen, Strom bei der Abwasserbehandlung zu erzeugen. Auch könnten die Brennstoffzelle eines Tages kleine Roboter mit Strom speisen.

Der Forscher sieht seine Arbeit mit Urin auch als kleinen Beitrag gegen den Klimawandel: "Das ultimative Abfallprodukt als Energiequelle zu nutzen, ist so ökologisch wie es nur geht."

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