Energiesparen Uniper und Eon legen komplette Gebäudeteile still

Uniper und Eon schließen über den Winter zahlreiche Büroflächen, um den Energieverbrauch herunterzufahren. Die Mitarbeiter ziehen in die verbleibenden Räume oder ins Homeoffice um. Bayer senkt die Mindest-Raumtemperatur auf 19 Grad.
Gasspar-Offensive: Die stillgelegten Räume sollen bei Uniper dann nur noch auf 14 Grad geheizt werden

Gasspar-Offensive: Die stillgelegten Räume sollen bei Uniper dann nur noch auf 14 Grad geheizt werden

Foto: INA FASSBENDER / AFP

Die Energiekonzerne Uniper und Eon planen drastische Maßnahmen, um im kommenden Winter Energie zu sparen. Uniper werde rund die Hälfte seiner Büroflächen in der Düsseldorfer Konzernzentrale ab Anfang November "in den Winterschlaf schicken", sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Diese Räume sollen dann nicht mehr genutzt und nur noch auf 14 Grad geheizt werden. Alle Elektrogeräte in den betroffenen Gebäudeteilen würden stillgelegt.

Die Mitarbeiter würden auf die verbleibenden Räume verteilt, berichtete Uniper. Dies sei ohne große Probleme möglich, weil die 2500 Beschäftigten des Konzerns in Düsseldorf ohnehin keine festen Arbeitsplätze mehr hätten, sondern sich einen Schreibtisch bei Bedarf in einem Buchungssystem reservierten. Uniper hoffe so den Energieverbrauch um mindestens 25 Prozent reduzieren zu können. Zuvor hatte die "Rheinische Post" über die Pläne des Konzerns berichtet.

Der Fall zeigt, wie intensiv sich die deutschen Konzerne auf die Wintermonate vorbereiten. Vor Kurzem sorgte schon der Vorstandschef des Hamburger Handelskonzerns Otto, Alexander Birken (58), für Aufsehen, nachdem er seine Mitarbeiter gebeten hatte, in den Winterferien aus dem Homeoffice zu arbeiten. In einigen Gebäudeteilen werden die Temperaturen auf 15 Grad und teils sogar auf sechs Grad gesenkt. Inzwischen zieht man auch in anderen Konzernzentralen nach.

Eon will Energieverbrauch um 20 Prozent senken

Auch Eon kündigte an, komplette Gebäudeteile für die gesamte Heizperiode bis Mitte April herunterfahren zu wollen. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Bereiche sind daher bereits Anfang Oktober zusammengezogen oder werden dies in Kürze tun", teilt das Unternehmen mit. Die betroffenen Räume sollen nur noch so beheizt werden, dass das Gebäude und die Infrastruktur keinen Schaden nehmen.

Ziel von Eon sei es, den Energieverbrauch der eigenen Gebäude im Durchschnitt um mindestens 20 Prozent zu senken, betonte der Konzern. Dazu würden auch alle nicht unbedingt notwendigen Lichtquellen wie Logos und Außenbeleuchtungen reduziert oder vollständig abgeschaltet.

Auch der Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer hat nach eigenen Angaben weitreichende technische Vorkehrungen getroffen, um die Erdgasabhängigkeit deutlich zu verringern. "Und um ein Zeichen zu setzen, wurden neben der Beleuchtung des Leverkusener Bayer-Kreuzes auch die Logos an anderen Standorten ausgeschaltet", sagte ein Firmensprecher. Außerdem sei die Mindest-Raumtemperatur für körperlich leichte und überwiegend sitzende Tätigkeiten auf 19 Grad Celsius gesenkt worden.

dri/dpa-afxp
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