Angeschlagener Gaskonzern Uniper steht vor Verstaatlichung

Die Verhandlungen über eine Verstaatlichung des Gasversorgers Uniper sind bereits in der Schlussphase. Der Staat soll alle vom Energiekonzern Fortum gehaltenen Uniper-Anteile übernehmen und damit die Mehrheit an dem Gasimporteur.
Uniper: Der größte deutsche Gaskonzern befindet sich in abschließenden Gesprächen mit dem Bund

Uniper: Der größte deutsche Gaskonzern befindet sich in abschließenden Gesprächen mit dem Bund

Foto: INA FASSBENDER / AFP

Der angeschlagene Energiekonzern Uniper steht vor einer Verstaatlichung. Uniper befinde sich in abschließenden Gesprächen mit dem Bund und dem finnischen Mutterkonzern Fortum über eine Änderung des im Juli vereinbarten Stabilisierungspakets, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Im Ergebnis dieser Änderungen sei vorgesehen, dass der Bund eine "signifikante Mehrheitsbeteiligung" an Uniper erhalte.

Es laufe auf eine Komplettübernahme hinaus, bei der der finnische Mutterkonzern Fortum komplett aussteige. "Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an einer nachhaltigen Stabilisierungslösung für Uniper", erklärte das Unternehmen. Uniper hatte zuvor bereits milliardenschwere Staatshilfen erhalten, die aber offenbar nicht ausreichten.

Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro geplant

Geplant sei eine Kapitalerhöhung in Höhe von acht Milliarden Euro, die ausschließlich durch den Bund gezeichnet werden soll. "Im Ergebnis ist vorgesehen, dass der Bund damit eine signifikante Mehrheitsbeteiligung an der Uniper erhält", hieß es weiter. "Die finale Vereinbarung ist noch nicht abgeschlossen." Fortum hält derzeit noch knapp 78 Prozent an Uniper.

Uniper ist der größte deutsche Gasimporteur. Das Unternehmen ist von den russischen Gaslieferkürzungen besonders stark betroffen. Der Konzern muss als Ersatz Gas am teuren Spotmarkt kaufen und macht dabei hohe Verluste. Allein im ersten Halbjahr fuhr Uniper einen Verlust von mehr als zwölf Milliarden Euro ein.

Unmittelbar vor der Verstaatlichung der deutschen Tochter werden die Aktien von Fortum vom Handel ausgesetzt. Dies teilt die Nasdaq mit, die die Börse Helsinki betreibt. Der Versorger werde im weiteren Verlauf des Tages eine Bekanntgabe machen. Fortum-Titel notierten zur Aussetzung 9,5 Prozent im Plus bei 12,10 Euro. Uniper-Papiere werden weiterhin gehandelt und steigen nach anfänglichen Verlusten um 1,5 Prozent auf 4,08 Euro.

sio/dpa/Reuters
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