Nach der Verstaatlichung Uniper-Chef Maubach kündigt seinen Rücktritt an

Uniper-CEO Klaus-Dieter Maubach macht nach der Mehrheitsübernahme durch den Bund von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und verlässt den Konzern noch in diesem Jahr. Auch COO David Bryson räumt seinen Posten.
Klaus-Dieter Maubach macht Platz für einen Neuanfang

Klaus-Dieter Maubach macht Platz für einen Neuanfang

Foto: Roberto Pfeil / dpa

Nach der Verstaatlichung des Energiekonzerns Uniper hat Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach (60) seinen Rücktritt angekündigt. Uniper müsse strategisch neu ausgerichtet werden, es sei der richtige Zeitpunkt für ein neues Vorstandsteam, erklärte Maubach. Er will aber noch im Amt bleiben, bis seine Nachfolge geregelt ist. Maubach war Ende März 2021 zum Vorstandsvorsitzenden von Uniper ernannt worden. Der Bund hatte Uniper Ende Dezember 2020 übernommen, der Aufsichtsrat muss nun die gesamte Konzernführung neu besetzen.

Denn wie Maubach kündigte auch der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager David Bryson (55) am Dienstag seinen Rücktritt an. Auch er will laut Uniper im Amt bleiben, bis eine geeignete Nachfolge sichergestellt ist. Bryson ist seit November 2019 im Vorstand von Uniper. Finanzchefin Tiina Tuomela (56) verlässt das Unternehmen zum 31. März, wie Uniper schon Mitte Dezember bekanntgegeben hatte. Der Vertrag von dem fürs Marketing und Produktentwicklung zuständigen Vorstand Niek den Hollander (48) läuft wie geplant Ende Mai 2023 aus.

In den Aufsichtsrat von Uniper zogen vier vom Bund ernannte neue Mitglieder ein. Die Geschäftsführung dagegen blieb zunächst im Amt. Für Vorstände und Aufsichtsräte gelten mit der Übernahme Vergütungsbeschränkungen. Der Aufsichtsrat arbeite bereits daran, das Vorstandsteam "gesamthaft neu aufzustellen", erklärte Aufsichtsratschef Tom Blades (67). Er selbst wurde Ende vergangenen Jahres in das Kontrollgremium berufen und zu dessen Vorsitzendem gewählt.

Die erst reduzierten und dann ausgebliebenen Gaslieferungen aus Russland hatten Uniper an den Rand der Insolvenz gebracht – der Konzern musste die Lieferverpflichtungen seinen rund 1000 Kunden gegenüber einhalten und Gas zu sehr viel höheren Preisen einkaufen. In den ersten neun Monaten 2022 häufte der Konzern 40 Milliarden Euro Verlust an. Der Bund übernahm den Konzern mit der Begründung, dies diene der Energieversorgungssicherheit in Deutschland.

frm/AFP, dpa

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