Angeschlagener Gasversorger Uniper-Betriebsratschef warnt vor Zerschlagung

Deutschlands größter Importeur von russischem Erdgas steckt tief in der Krise, Bund und Unternehmen arbeiten derzeit an einem Rettungspaket. Der Betriebsratschef drängt nun zur Eile und warnt vor einem Ausverkauf.
Unter Druck: Beim Gasversorger Uniper kommt nicht mehr so viel Gas aus Russland an – der Konzern muss nun teuer zukaufen

Unter Druck: Beim Gasversorger Uniper kommt nicht mehr so viel Gas aus Russland an – der Konzern muss nun teuer zukaufen

Foto: ANDREAS GEBERT / REUTERS

Der Chef des Konzernbetriebsrats des kriselnden Gasversorgers Uniper, Harald Seegatz, hat den Bund vor den entscheidenden Rettungsverhandlungen um rasche Hilfe gebeten. "Für die Rettung von Uniper drängt die Zeit, wir brauchen schnelle Entscheidungen von Politik und unserem Eigentümer Fortum", sagte Seegatz der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Die Belegschaft ist zutiefst besorgt. Wir bitten die Bundesregierung, rasch bei der Uniper SE einzusteigen."

Zugleich warnte Seegatz den finnischen Großaktionär Fortum davor, Uniper zu zerschlagen: "Eine Zerschlagung von Uniper, die die von Fortum gewünschte Ausgliederung des Gasgeschäftes bedeuten würde, darf es nicht geben. Einen Ausverkauf von Uniper darf es nicht geben. Nur mit allen Teilen ist Uniper eine Stütze für die deutsche Energiewirtschaft."

Uniper ist Deutschlands größter Importeur von russischem Erdgas. Der Konzern leidet unter dem zögernden Gaszufluss aus Russland. Weil Uniper als Ersatz zu hohen Preisen Gas aus anderen Quellen kaufen muss, verliert das Unternehmen jeden Tag Geld. Deshalb soll der Staat helfen. Medienberichten zufolge will der Bund mit bis zu 30 Prozent bei Uniper einsteigen. Zudem sollen die KfW-Kredite von zwei auf acht Milliarden Euro steigen, um kurzfristig Liquidität für Ersatzbeschaffungen von Gas bereitzustellen. Unipers Mehrheitseigner Fortum zieht es vor, das Deutschlandgeschäft auszugliedern, welches dann der deutsche Staat übernehmen soll.

mg/AFP
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