Mittwoch, 8. April 2020

Energiekonzern schreibt wieder Gewinne Uniper gelingt Trendwende und erhöht Dividende

Steinkohlekraftwerk Datteln von Uniper

Der Energiekonzern Uniper Börsen-Chart zeigen schreibt wieder schwarze Zahlen. 2019 erzielte das Unternehmen einen Konzernüberschuss von 644 Millionen Euro - nach einem Verlust von 442 Millionen ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Die Trendwende ist vor allem dem positiven Effekt aus Termingeschäften mit Rohstoffen geschuldet, mit denen Uniper das Strom- und Gasgeschäft gegen Preisschwankungen absichert.

Das operative Ergebnis lag 2019 bei 863 Millionen Euro und damit auf Vorjahreshöhe. Für 2020 stellte der Versorger 750 Millionen bis eine Milliarde Euro in Aussicht. Diese Ergebnisverbesserung ermöglicht dem Konzern zufolge mehr finanziellen Spielraum auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stromproduktion.

Gute Nachrichten hatte der Konzern auch für Aktionäre parat: Für 2019 will Uniper eine höhere Dividende ausschütten als geplant. 1,15 Euro je Aktie sollen Anteilseigner erhalten, das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Dividendenausschüttung soll bei insgesamt 421 Millionen Euro liegen und damit höher als noch im Herbst geplant. 2020 will Uniper die Summe auf 500 Millionen Euro weiter erhöhen. Größter Nutznießer ist der finnische Großaktionär Fortum.

An der Börse gewannen die Papiere am Dienstag jedoch etwas weniger als der Gesamtmarkt. Zuletzt rückten sie um 2,2 Prozent vor. Mit in der Spitze 25,74 Euro gelang es ihnen nicht, über ihr Vortageshoch zu klettern. Der Energiekonzern habe gute Ergebnisse erzielt, schrieb Analyst Vincent Ayral von JPMorgan. Fragen für 2020 werfe aber die zuletzt schwache Preisentwicklung auf. Der Ausblick für 2020 sei etwas enttäuschend, schrieb Experte John Musk vom Analysehaus RBC.


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Uniper teilte am Dienstag ebenfalls mit, dass das Unternehmen sein umstrittenes Kohlekraftwerk Datteln 4 früher als bislang geplant kommerziell in Betrieb nehmen will. Die Vorbereitungen schritten gut voran, so dass der Start im Frühsommer geplant sei, sagte Vorstandschef Andreas Schierenbeck laut Redetext auf der Bilanzpressekonferenz. Länger als erhofft dauert hingegen die Wiederinbetriebnahme des russischen Kraftwerks Berjosowskaja 3. Dies solle nun im dritten Quartal ans Netz gehen. Zuvor hatte Uniper eine Inbetriebnahme bis zum Ende des ersten Quartals in Aussicht gestellt.

Zum angekündigten Weggang von Fortum-Chef Pekka Lundmark hieß es, die Gespräche mit dem finnischen Großaktionär würden unvermindert fortsetzt. Die Unternehmen führten regelmäßig Gespräche auf Vorstandsebene, sagte Schierenbeck. Er setze darauf, dass auch nach dem geplanten Wechsel Lundmarks zu Nokia der konstruktive Dialog fortgesetzt werde. Fortum hält knapp 50 Prozent an Uniper und hat sich nach eigenen Angaben den Zugriff auf weitere 20 Prozent gesichert. Die Finnen kündigten am Dienstag an, die neue Strategie von Uniper zu analysieren. Uniper hatte zuvor unter anderem als Ziel vorgegeben, bis 2035 klimaneutral Strom zu produzieren.

msc/rtr/dpa

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