Montag, 19. August 2019

Aktivistischer Investor Elliott stockt bei Uniper auf und erhöht den Druck

Kraftwerk Schkopau (Sachsen-Anhalt) von Uniper: Der US-Hedgefonds des aktivistischen Investors Elliott will Uniper an Fortum verkaufen

Der US-Hedgefonds Elliott hat seine Anteile beim Energiekonzern Uniper Börsen-Chart zeigen aufgestockt und will sich mehr Einfluss sichern. Der Fonds des aktivistischen Investors Paul Singer habe bei den Stimmrechtsanteilen die Schwelle von 10 Prozent übersprungen, teilte Uniper am Mittwoch mit. Als Ziel habe er unter anderem angegeben, stärker Einfluss nehmen zu wollen - etwa bei der Zusammensetzung von Aufsichts- oder Leitungsorganen.

2017 war Singer mitten im Kampf des Energiekonzerns gegen eine Übernahme durch den finnischen Versorger Fortum bei den Düsseldorfern eingestiegen. Damals hieß es, Singer habe sich Aktien und Derivate gesichert, diese entsprächen insgesamt 5,32 Prozent der Uniper-Anteile. Inzwischen hält er rund 18 Prozent.

Der Milliardär ist bekannt dafür, Anteile an Börsenfirmen zu kaufen und anschließend Veränderungen anzumahnen, bis hin zu radikalen Reformen. Schon Gerüchte um neue Beteiligungen sorgen bei den betroffenen Unternehmen oftmals für Kurssprünge.

Elliott will bei Verkauf an Fortum hohe Abfindung einstreichen

Der Uniper-Vorstand befindet sich derzeit in einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Großaktionär Fortum. Die Finnen halten 49,99 Prozent der Aktien der früheren Eon-Kraftwerkstochter, Investoren hatten auf eine komplette Übernahme gesetzt.

Der vollständigen Übernahme steht aber eine Beteiligung in Russland im Weg, genauer gesagt ein Veto der russischen Kartellbehörden. Uniper betreibt in Russland einen großen Stromproduzenten - allerdings unter der Auflage, dass Fortum nicht mehr als 50 Prozent an Uniper besitzen darf. Fortum verdächtigt das Uniper-Management, nichts gegen die Auflage getan zu haben. Der ende Mai ausgeschiedene Finanzvorstand Christopher Delbrück wies diesen Verdacht unlängst zurück.

Der aus dem Eon-Konzern hervorgegangene Kraftwerksbetreiber Uniper ist einer der größten Stromerzeugerin Europa. Das Management hat sich lange gegen die Übernahme durch Uniper gewehrt. Ein neues Management um den ehemaligen Thyssenkrupp-Manager Andreas Schierenbeck soll die Beziehung zu Fortum auf eine neue Grundlage stellen.

Mit der Anteilserhöhung könnte der Hedgefonds Elliott nun in seinem Sinne Einfluss auf den Streit nehmen und die Komplettübernahme durch Fortum ermöglichen, wird spekuliert. Der aktivistische Investor würde dann eine entsprechend hohe Abfindung erhalten.

rei/mg/Reuters

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