Sonntag, 25. August 2019

Konzernumbau EnBW weitet Verkaufsprogramm aus

EnBW-Chef Mastiaux: "Anteil erneuerbarer Energien verdreifachen"

EnBW will sich zur Finanzierung des Konzernumbaus von Beteiligungen im Wert von 2,7 Milliarden Euro trennen. Damit verdoppelt Konzernchef Frank Mastiaux das bisherige Verkaufsprogramm nahezu - doch die Baustellen sind nach wie vor zahlreich.

Stuttgart - Das Verkaufsprogramm werde von ursprünglich 1,5 auf 2,7 Milliarden Euro aufgestockt, erklärte EnBW-Chef Frank Mastiaux am Montag in Stuttgart.

Nach Informationen des "Handelsblatts" könnten Beteiligungen an den Stadtwerken Düsseldorf, dem norddeutschen Regionalversorger EWE oder sogar die Netztochter Transnet auf die Verkaufsliste kommen.

Mastiaux will offenbar auch das Geflecht der rund 200 Tochtergesellschaften zerschlagen, das zum Teil noch aus der Gründungszeit stammt, als das Badenwerk mit der schwäbischen EVS fusionierte. Viele der Töchter sollen nach Medienberichten weitgehend ihre Autonomie verlieren. Dadurch könnten etliche Manager- und Aufsichtsratsposten eingespart werden.

Bei den Personaleinsparungen dürfte Mastiaux nicht weiter an die Stammbelegschaft herantreten. Diese hat bereits ihren Beitrag geleistet, unter anderem mit Verzicht auf Tariferhöhungen.

Sieben Milliarden für Konzernumbau

Der seit Oktober amtierende Mastiaux will das Unternehmen, das überwiegend in staatlicher Hand ist, mit dem Umbauprogramm "EnBW 2020" grundlegend neu ausrichten. In den Umbau will Mastiaux mehr als sieben Milliarden Euro stecken.

Davon sollen 3,5 Milliarden Euro zusätzlich in den Ausbau der Windkraft sowie drei Milliarden ins Netzgeschäft fließen. "Wir haben das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 signifikant von heute 12 Prozent auf fast 40 Prozent mehr als zu verdreifachen", sagte der EnBW-Chef.

Im Zuge der Energiewende musste EnBW Börsen-Chart zeigen bereits die Atomkraftwerke Philippsburg I und Neckarwestheim I vom Netz nehmen. Diese hatten billigen Strom produziert, der nun in der Bilanz fehlt. Im Jahr 2019 und 2021 muss der Konzern die übrigen Atomkraftwerke vom Netz nehmen.

Mit der Förderung der erneuerbaren Energien bekam EnBW Konkurrenz von Privathaushalten. "Es gibt inzwischen 1,3 Millionen dezentrale Stromanlagen", sagt Mastiaux. "Das heißt, jeder 60. Deutsche ist ein Energieerzeuger."

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