Montag, 23. September 2019

Konzernumbau EnBW weitet Verkaufsprogramm aus

EnBW-Chef Mastiaux: "Anteil erneuerbarer Energien verdreifachen"

2. Teil: EnBW plant Ausbau der Gassparte

Im vergangenen Jahr verdiente EnBW mit Stromerzeugung und -handel rund 1,3 Milliarden Euro. Das ist rund ein Drittel weniger als 2010, dem Jahr vor der Atomkatastrophe in Fukushima.

Als Ersatz für das schwächelnde Geschäft mit Atomstrom hat EnBW Off-Shore-Windparks im Blick. Mit Baltic I (48 Megawatt Leistung) ist bereits eine Anlage in der Ostsee in Betrieb, Baltic II (288 Megawatt Leistung) soll kommendes Jahr ans Netz gehen. Die Planungen für weitere Parks in der Nordsee sind jedoch wegen technischer Schwierigkeiten bei der Netzanbindung auf Eis gelegt.

Im kommenden Jahr will EnBW zudem ein Kohlekraftwerk (912 Megawatt) in Karlsruhe in Betrieb nehmen. Es dürfte für einige Zeit aber das letzte eigene Kohlekraftwerk sein. Pläne für Erdgaskraftwerke wurden zurückgestellt. Auch Pumpspeicherkraftwerke, die für die Energiewende eigentlich dringend benötigt werden, sind nach Angaben von Mastiaux nach den aktuellen Bedingungen wenig rentabel.

Mastiaux hat daher eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die neue Geschäftsfelder identifizieren soll. Der EnBW-Chef deutete an, dass er verstärkt die Partnerschaft mit Kommunen und Stadtwerken bei der Umsetzung dezentraler Energieprojekte sucht. Vorstellbar sei auch, dass EnBW als Dienstleister auftritt, der Energiepakete schnürt, angefangen von Effizienzmaßnahmen bis zum Bau kleiner Kraftwerke.

Außerdem soll die Sparte Gas ausgebaut werden. Hier verzeichnet EnBW deutliche Zuwächse. 2012 verkaufte er 15,7 Milliarden Kilowattstunden, das entspricht einer Steigerung von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

ts/rtr/dpa-afx

Seite 2 von 2

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung