Adani-Projekt auf Eis gelegt Total und Equinor reihen sich in Rekordgewinnserie ein

Auch TotalEnergies und Equinor verbuchen Rekordgewinne dank der gestiegenen Energiepreise. Die Konzerne erhöhen die Dividende und kaufen Aktien in Milliardenhöhe zurück. Ein Projekt mit der angeschlagenen Adani-Gruppe legt Total-Chef Patrick Pouyanne auf Eis.
Ölriese: Total kauft Aktien im Wert von rund 1,9 Milliarden Euro zurück

Ölriese: Total kauft Aktien im Wert von rund 1,9 Milliarden Euro zurück

Foto: DENIS CHARLET / AFP

Die Serie der Rekordgewinne bei Energiekonzernen hält an: Dank gestiegener Gas- und Ölpreise steigerten sowohl die französische TotalEnergies wie auch die norwegische Equinor 2022 ihre Gewinne um mehr als das Doppelte. Die Vorstände beider Konzerne kündigten am Mittwoch höhere Dividenden und Aktienrückkaufprogramme in Milliardenhöhe an. TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanne (59) äußerte sich zudem zuversichtlich, dass die globalen Rahmenbedingungen für Energieunternehmen sehr günstig blieben. Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen in China kurbelten die Nachfrage an, sagte er.

In den vergangenen Tagen hatten bereits Shell, ExxonMobil, Chevron und BP Rekordgewinne gemeldet. Der Krieg Russlands in der Ukraine hat 2022 weltweit enorme Schwankungen auf den Öl-, Gas- und Strommärkten ausgelöst, von denen die Energie-Branche durch ihre globale Präsenz und ihre führenden Handelsgeschäfte profitierte. Regierungen, die mit steigenden Energierechnungen zu kämpfen haben, reagierten darauf, indem sie Steuern auf Zufallsgewinne im Energiesektor erhoben. TotalEnergies hat dafür 1,7 Milliarden Dollar zurückgestellt.

Total kauft für 1,9 Milliarden Euro Aktien zurück

Der französische Versorger verdiente 2022 mit knapp 34 Milliarden Euro doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen eine um 6,4 Prozent angehobene Dividende von 2,81 Euro je Aktie erhalten. Diese soll zu der bereits angekündigten Sonderdividende von einem Euro je Anteilsschein ausgeschüttet werden. Zudem kündigte der Vorstand für das erste Quartal einen Aktienrückkauf in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro an. Die Nettoinvestitionen sollen 15 bis 17 Milliarden Euro erreichen, davon rund fünf Milliarden für CO2-arme Energien.

Auch Equinor steigerte seinen Gewinn um mehr als das Doppelte auf 74,9 Milliarden Dollar (70 Milliarden Euro) und kündigte eine Erhöhung der vierteljährlichen Dividende von 0,30 Dollar je Aktie an statt 0,20 Dollar. Zudem soll eine Sonderdividende in Höhe von 0,60 Dollar ausgezahlt werden. Damit summiere sich die Ausschüttungssumme auf etwa elf Milliarden Dollar. Der Vorstand bestätigte erneut einen regelmäßigen Aktienrückkauf in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar und kündigte für 2023 einen außerordentlichen Rückkauf von 4,8 Milliarden Dollar an.

Investitionen bei Adani-Projekt auf Eis gelegt

Angesichts der jüngsten Leerverkäufe gegen die indische Adani-Gruppe hat Total eine geplante Investition in Höhe von 4 Milliarden Dollar in ein gemeinsames Projekt um grünen Wasserstoff erst einmal auf Eis gelegt, wie die Financial Times berichtet . Man wolle abwarten, bis es mehr Klarheit um die Situation des Industriekonglomerats gebe, hieß es von Total. Geplant war eine 25-prozentige Beteiligung an Adani New Industries. Das Projekt sei angekündigt, aber noch keine Verträge unterschrieben gewesen, sagte der Total-Chef am Mittwoch gegenüber Journalisten.

Der französische Öl- und Gaskonzern zählt zu einer der größten ausländischen Investoren, die Verbindungen zu Adanis Geschäften haben. Total hat über 3 Milliarden Dollar in gemeinsame Geschäfte mit Adani investiert, etwa im Bereich Gas und Solarenergie. Die indische Adani-Gruppe hatte zwischenzeitlich 100 Milliarden Euro Börsenwert verloren. Grund sind Vorwürfe des Shortsellers Nathan Anderson (38), Gründer von Hindenburg Research. Seine Mission: nach börsennotierten Unternehmen suchen, die in betrügerischer Absicht Geschäfte machen oder sich für Korruption anfällig zeigen, diese durchleuchten und gegen sie wetten.

dri/Reuters
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