Börsengang geplant Thyssenkrupp-Partner Industrie De Nora strebt Milliardenbewertung an

Der italienische Wasserstoff-Spezialist und Thyssenkrupp-Partner Industrie De Nora treibt seinen geplanten Börsengang voran. Hintergrund ist auch das wachsende Interesse an grünem Wasserstoff.
Kapitalerhöhung geplant: Im Zuge des Börsengangs will sich Industrie De Nora frisches Geld beschaffen

Kapitalerhöhung geplant: Im Zuge des Börsengangs will sich Industrie De Nora frisches Geld beschaffen

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Der italienische Wasserstoff-Spezialist und Thyssenkrupp-Partner Industrie De Nora strebt bei seinem Börsengang Insidern zufolge eine Bewertung von 4,7 bis 4,8 Milliarden Euro an. Diese Summe umfasse die Schulden des Konzerns und basiere auf den Aussichten für das Unternehmen bei der Umstellung der Energiewirtschaft auf klimaschonende Technologien, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Diese Bewertung liegt nahe an dem Wert von bis zu fünf Milliarden Euro, die einem Insider zufolge im Februar vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine veranschlagt worden waren.

Industrie De Nora hatte seine Börsenpläne am Montag publik gemacht. Das Unternehmen strebt für Ende Juni eine Erstnotiz an der Börse Euronext in Mailand an, wie es in Mailand mitteilte. Hintergrund ist auch das wachsende Interesse der Industrie an sogenanntem grünem Wasserstoff im Zuge der Energiewende.

Die bisherigen Aktionäre, die Familie De Nora und der italienische Gasnetzbetreiber Snam, wollen den Angaben zufolge einen Anteil an die Börse bringen. Über eine Kapitalerhöhung im Zuge des Börsengangs will sich Industrie De Nora zudem frisches Geld beschaffen. Der Nettoerlös aus der Kapitalerhöhung werde zur Umsetzung der "strategischen Ziele" genutzt, etwa zur Finanzierung des künftigen Wachstums oder möglicher Übernahmen, hieß es. "Wir sehen die Börsennotierung als einen wichtigen Schritt zur Ausschöpfung des enormen Potenzials des grünen Wasserstoffmarktes, der zunehmend weltweit an Stärke gewinnt", sagte Vorstandschef Paolo Dellachà.

Bei der Energiewende auch in Deutschland wird klimaneutral erzeugtem Wasserstoff eine wichtige Funktion zugeschrieben. "Grüner" Wasserstoff gilt als essenziell, um die Klimaziele zu erreichen. Mit Strom aus erneuerbaren Quellen wird per Elektrolyse der Wasserstoff hergestellt, mit dem etwa der Energiebedarf der Stahlindustrie gedeckt werden soll. Derzeit ist der aus Ökostrom hergestellte Energieträger noch knapp und vergleichsweise teuer.

Industrie De Nora fungiert als Holding der Unternehmensgruppe De Nora. Die Gruppe machte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 616 Millionen Euro und erwirtschaftete ein Ergebnis von 127 Millionen Euro. Das Unternehmen mit knapp 1700 Mitarbeitern ist zu 34 Prozent an Thyssenkrupp Nucera beteiligt, einem Tochterunternehmen Thyssenkrupps. Kontrolliert wird De Nora zu 64 Prozent von der gleichnamigen Familie. Außerdem hält der italienische Gasnetzbetreiber Snam 36 Prozent an dem Unternehmen.

sio/dpa
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