Dienstag, 26. Mai 2020

Elon Musks Vertrauter blitzt in Deutschland ab Bayerischer Mittelständler wehrt Angriff aus dem Tesla-Reich ab

Produktion bei Sonnen: Die Türen für Elon Musk und seine Freunde bleiben zu
sonnen / DPA
Produktion bei Sonnen: Die Türen für Elon Musk und seine Freunde bleiben zu

Tesla-Chef Elon Musk hat in Deutschland bisher wenig Glück: Der Elektroauto-Pionier verkauft nicht so viele Autos wie ursprünglich erhofft; von der 4000-Euro-Subvention sind seine Fahrzeuge ausgeschlossen. Und jetzt ist Musks Netzwerk nach Informationen von manager-magazin.de mit einem Übernahmeversuch in Bayern gescheitert.

Das Projekt lief über den Musk nahestehenden Fonds Valor Equity Partners, die der Tesla-Aufsichtsrat und enge Musk-Vertraute Antonio Gracias kontrolliert. Der Fonds hatte in der ersten Jahreshälfte mit dem mittelständischen Batteriespeicher-Spezialisten Sonnen wegen eines möglichen Einstiegs Kontakt. Doch die Firma mit Sitz in Wilpoldsried (Allgäu) ließ die Amerikaner offenbar abblitzen.

Valor teilte auf Anfrage mit, man habe von einem Finanzberater eine Anfrage wegen einer möglichen Teilnahme an einer Kapitalerhöhung von Sonnen erhalten, zu diesem Thema habe es aber keine Verhandlungen gegeben. Sonnen ließ eine Anfrage unkommentiert. Tesla teilte mit, man selbst habe niemals die Absicht gehabt, das bayerische Unternehmen zu übernehmen und auch nicht dort vorgefühlt.

Sonnen ist ein kleiner, aber unangenehmer Wettbewerber von Tesla. Das Unternehmen bezeichnet sich als Marktführer im Geschäft mit großen Lithium-Ionen-Akkus für den Hausgebrauch. Mit ihnen speichern Immobilienbesitzer selbst erzeugten Solarstrom und nutzen ihn, wenn die Sonne nicht scheint. Auf diese Weise lässt sich zunehmend Geld gegenüber einem normalen Stromversorgungstarif sparen.

Dieses Geschäftsmodell außerhalb des klassischen Elektroauto-Baus hat inzwischen auch Tesla Börsen-Chart zeigen für sich entdeckt. Die Kalifornier beobachten die Expansion des Mittelständlers deshalb genau.

Teslas Hausspeicher-Projekt kommt nicht recht in Fahrt

Bereits im Frühjahr 2015 hatte Musk eine eigene Hausbatterie präsentiert, die so genannte Powerwall. Die Sparte Tesla Energy soll die Akkus weltweit zum Niedrigpreis verkaufen, so sauberer Energie zum Durchbruch verhelfen und dem Unternehmen steiles Wachstum bescheren. In diesem Zusammenhang hat Tesla auch die kalifornische Photovoltaik-Firma Solar City übernommen, an der Musk bereits zuvor beteiligt war.

Hergestellt werden die Tesla-Speicher bereits in der im Bau befindlichen Batterie-Gigafactory in Nevada. Dort will das Unternehmen auch Akkus für das Elektroauto Model 3 produzieren.

Doch das Projekt kommt nicht recht in Fahrt - obwohl bereits einige Tausend Speicher ausgeliefert und angeblich Zehntausende vorbestellt sind. Fachleute halten die erste Generation von Teslas Heimakku für technisch wenig innovativ.

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