Samstag, 21. September 2019

Walmart kein Einzelfall Auch bei Amazon brannte das Tesla-Solardach

Stehen in der Kritik: Solardächer und der Service von der Tesla-Tochter Solarcity

Nicht nur bei Walmart haben Solardächer der Tesla-Tochter Solarcity gebrannt. Auch der Online-Riese Amazon meldete jetzt, dass sich auf dem Dach eines seiner Lagerhäuser in Redlands (Kalifornien) Solarpanels entzündet haben. Amazon lässt deshalb keine Solaranlagen mehr von der Tesla-Tochter auf seinen Dächern installieren, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Brand soll sich dem Bericht zufolge bereits im Juni vergangenen Jahres zugetragen haben. Tesla erklärte, man habe die Brandursache behoben und auch die Solaranlagen aller 11 weiteren Amazon-Standorte inspiziert und gewartet. Tesla sprach von einem "Einzelfall".

Erst wenige Tage zuvor hatte Walmart die Öffentlichkeit mit einer Klage gegen Tesla überrascht. Der Einzelhandelsriese wirft Tesla und Solarcity vor, die Solarpanelen schlampig verlegt und nicht adäquat gewartet zu haben. In mindestens sieben Fällen hätten die Anlagen Feuer gefangen. Walmart hat etwa 240 Supermärkte mit Solaranlagen von Solarcity ausstatten lassen. Tesla hatte Solarcity 2016 übernommen.

Tesla-Chef Elon Musk ist größter Anteilseigner und zugleich Verwaltungsratschef bei der Tochter Solarcity

Gerichtsakten zufolge hat Walmart diese Dachflächen an Tesla vermietet oder Leasingverträge darüber abgeschlossen. Die Tesla-Tochter sollte aber Eigentümer der Anlagen bleiben und sie warten. Tesla und Walmart hatten Ende vergangener Woche mitgeteilt, sie befänden sich in der Diskussion, um die Probleme zu lösen. "Beide Unternehmen möchten, dass jedes einzelne System zuverlässig, effizient und sicher arbeitet", zitiert Bloomberg aus der Mitteilung.

Probleme kommen für Tesla zur Unzeit

Die Klage kommt für Tesla zur Unzeit. Walmarts Forderungen, die bislang nicht näher beziffert wurden, drohen das Solargeschäft von Tesla zu einem Zeitpunkt zu beeinträchtigen, an dem das Unternehmen mit Marktanteilsverlusten zu kämpfen hat.

Solarcity arbeitet nach wie vor defizitär, hat seine Spitzenposition in den USA mittlerweile verloren und lag im ersten Quartal dieses Jahres bei der installierten Leistung hinter den Erwartungen. Um die Kosten zu drücken soll Solarcity zuletzt Mitarbeiter eingespart und somit auch den Service eingedampft haben.

Tesla-Chef Elon Musk hatte 2016 für rund 2,6 Milliarden Dollar die von seinen Cousins gegründete Solarcity bezahlt. Kritiker warfen Musk erhebliche Interessenkonflikte vor, weil der Tesla-Chef größter Anteilseigner und zugleich Verwaltungsratschef bei Solarcity ist.

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