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Ranking der Tesla-Fighter: Diese Batterie-Mittelständler bieten Elon Musk die Stirn

Foto: E3/DC

Deutsche Mittelständler kontern Angriff von Elon Musk "Teslas Batterie ist technisch nicht beeindruckend"

Knapp eine Woche nach Teslas großer Batterie-Show reiben sich die Chefs einiger deutscher Mittelständler noch immer die Augen. Manch einer von ihnen kann nur schwer fassen, welche Euphorie Unternehmenschef Elon Musk für ein Produkt entfachte, das sie selbst seit Jahren herstellen - in besserer Qualität, wie sie selbst finden.

Vor einem fanatischen Publikum hatte Musk in Los Angeles einen Hausspeicher vorgestellt, der überschüssigen Strom aus Solaranlagen sammeln und später wieder abgeben soll. So sparen Verbraucher teure Elektrizität aus dem Netz. Revolutionär sei dieses Konzept, so Musk - dabei sind zahlreiche Firmen bereits mit derartigen Geräten am Markt.

Für die Batterien der etablierten Hersteller, die zumeist aus Deutschland kommen, hatte der Tesla-Chef allerdings wenig schmeichelhafte Worte parat: "They suck" - sie sind scheiße. Was er damit genau meinte, erläuterte Musk nicht. Tesla wollte die Aussage gegenüber manager magazin nicht kommentieren.

"Es wäre kein guter Stil, mit einer anderen Unflätigkeit zu reagieren"

Die derart Beschimpften versuchen, die Sache nüchtern zu nehmen. "Es wäre kein guter Stil, mit einer anderen Unflätigkeit zu reagieren", sagt der Chef und Gründer des bayerischen Herstellers Sonnenbatterie, Christoph Ostermann, gegenüber manager magazin.

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Ranking der Tesla-Fighter: Diese Batterie-Mittelständler bieten Elon Musk die Stirn

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Für ihn ist Musks Show eine Art Lehrstück. "Ich muss wirklich neidlos anerkennen, dass der Auftritt ganz großes Marketing-Kino war. Schließlich ist es gelungen, eine Batterie als ganz große Innovation zu verkaufen." Ostermanns Fazit zu Teslas Speicher: "Technisch nicht beeindruckend, kommunikativ eine Glanzleistung."

Auch Ostermann gelang allerdings ein kleiner Coup im Zusammenhang mit Tesla. Er verkündete den US-Markteintritt von Sonnenbatterie einen Tag vor der großen Musk-Präsentation. So schaffte es sein 100-Mitarbeiter-Unternehmen auf die Titelseite der "Financial Times".

Doch was ist nun mit der Qualität von Teslas Wunderakku? Bisher deutet tatsächlich vieles darauf hin, dass sie eher weniger und nicht mehr kann als die Speicher der deutschen Konkurrenz. Das mögliche Problem: Tesla verwendet nach Musks Angaben ähnliche Batteriezellen wie für seine Autos.

Das Unternehmen relativierte diese Aussage jedoch gegenüber manager magazin: Tesla nutze Zellchemie, die "für ihren Einsatz optimiert ist. Es ist nicht notwendigerweise diejenige, die wir für die Autos nutzen".

Tesla-Chef Elon Musk: "Batteriebestellungen schießen durch die Decke"

Labortests haben ergeben, dass diese Elektroauto-Zellen etwa 500 bis 1000-mal be- und entladen werden können, bevor sie deutlich an Kapazität verlieren. Für den Einsatz in Teslas Model S und dem kommenden Model X ist das völlig ausreichend: Die Wagen können mehrere Hunderttausend Kilometer mit einem Akku weit kommen.

Bei Kellerspeichern sieht die Lage womöglich anders aus. Diese Batterien werden in der Regel häufiger und tiefer entladen. Die gängigen Produkte kommen auf 5000 bis 10.000 Zyklen.

"Wir glauben nicht, dass es relevant ist, die Zahl der Ladezyklen zu diskutieren", teilte eine Tesla-Sprecherin manager magazin mit. Der Speicher des Unternehmens habe eine Zehn-Jahres-Garantie. Pro Tag sei dabei ein Ladevorgang umfasst, was über die Laufzeit also 3650 Ladevorgänge plus je einen pro Schalttag entspricht. Ein "bestimmter Prozentsatz" an Restkapazität sei dann garantiert. Wie hoch dieser liegt, sagte Tesla zunächst nicht.

"Technisch wird Tesla mit dem Produkt keine bedeutende Überlegenheit haben", erwartet Batterieexperte Andreas Gutsch vom Karlsruher Institut für Technologie. Allerdings fehlten noch technische Detailinformationen, die eine abschließende Bewertung ermöglichen.

"Tesla hängt schlicht eine Autobatterie an die Wand"

"Tesla hängt schlicht eine Autobatterie an die Wand", empört sich der Chef des Osnabrücker Speicherspezialisten E3/DC, Andreas Piepenbrink. Tesla müsse erstmal seine Kompetenz unter Beweis stellen. "Die Erfahrung haben die anderen."

Bei aller Kritik erwarten nicht wenige Experten, dass Tesla mit seiner Batterie durchaus Erfolg haben könnte. "Es sind nicht nur rein sachliche Gründe, weshalb sich Hausbesitzer einen Speicher zulegen", sagt der Chef des internationalen Verbands der Hersteller von Batterien und Energiespeichern (Ibesa), Markus Hoehner.

Käufer wollten ihr fortschrittliches Handeln auch nach außen demonstrieren. Und dabei kann es nicht schaden, einen schick designten Speicher "made in Kalifornien" an der Hauswand vorzuweisen.

Laut Elon Musk geht die Rechnung bereits auf. "Die Bestellungen schießen durch die Decke", ließ er seine Fans wissen. Satte 38.000 Speicher hätten Interessenten bereits geordert. "Die Nachfrage können wir in diesem Jahr unmöglich befriedigen", sagte er am Mittwoch, als Tesla den Quartalsbericht vorstellte.

Musks Statthalter fand Tesla nicht ohne Grund bei einem bayerischen Mittelständler

Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Ibesa den gesamten deutschen Speichermarkt in diesem Jahr auf 12.500 bis 14.500 Anlagen taxiert. Immerhin ist Deutschland auf dem Gebiet bisher der größte Markt der Welt.

In Deutschland rechnet er mit einem "riesigen" Geschäft, sagte Musk in Los Angeles. Doch reicht der Hype bis über den Atlantik in die Bundesrepublik? Macht Tesla nun die deutschen Mittelständler platt, die sich in den vergangenen Jahren mühsam das neue Geschäftsfeld aufgebaut haben?

Entscheidend für Tesla dürfte es sein, in Deutschland die richtigen Partner auszuwählen. Und dazu zählen nicht zuletzt die Handwerker, die auf dem Haustechnikgebiet tätig sind. "Die Installateure sind die Gatekeeper", sagt Ibesa-Mann Hoehner.

Angesichts dieser Herausforderungen hat Musk seinen Deutschland-Statthalter Philipp Schröder mit Bedacht ausgewählt. Vor seiner Tätigkeit für Tesla war Schröder Vertriebschef in der Speicherbranche - bei seinem heutigen Wettbewerber Sonnenbatterie.