Zur Ausgabe
Artikel 19 / 46
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Cleantech-Firma Sunfire Eben noch belächelt, jetzt Milliardendeals mit Wasserstoff

Der Wasserstoff-Hype erfasst Börsen und Industrie – und beschert Gründer Nils Aldag womöglich plötzlich Milliardenumsätze. Er will nun "den führenden Wasserstoffkonzern in Europa und vielleicht sogar auf der Welt" formen.
aus manager magazin 1/2022
Auf Einhorn-Kurs: Gründer und Sunfire-CEO Nils Aldag

Auf Einhorn-Kurs: Gründer und Sunfire-CEO Nils Aldag

Den Koalitionsvertrag, den die Ampel-Regierenden Mitte November aus ihren Laptops in die Freiheit entließen, hat Nils Aldag (35) natürlich sofort studiert. Suchwort? "Wasserstoff". Treffer? 28.

Die große Zahl freut ihn erst einmal ungemein. Schließlich ruht auf dem chemischen Element H die ganze Hoffnung des CEO, aus seiner Firma Sunfire einen Milliardenkonzern zu formen.

Aber dafür, findet Aldag, reichen die wolkigen Wasserstoffbekenntnisse der Koalitionäre nicht aus. "Bis 2030 Leitmarkt für Wasserstofftechnologien" soll das Land werden, eine "technologieoffene Ausgestaltung der Wasserstoffregulatorik" soll es geben. Es brauche keine neuen politischen Ziele, sondern euroharte Projekte und Programme. "Es ist alles da, um mit der Transformation loszulegen: die Technik, das Kapital, die Nachfrage."

Nicht zuletzt dank Sunfire. Der Maschinenbauer hat besonders effiziente, containergroße Anlagen entwickelt, die per Elektrolyse Wasserstoff erzeugen. Der kann direkt in Stahlwerken oder Chemiefabriken eingesetzt werden. Oder Sunfire gewinnt daraus Kraftstoff, der Kerosin oder Diesel ersetzt. Und stammt der verwendete Strom aus erneuerbaren Quellen, ist das Ganze klimaneutral. Damit hat Aldag das perfekte Produkt, um Firmen wie Salzgitter oder Boeing dabei zu helfen, grüner zu werden. Beide sind bereits Sunfire-Kunden.

Dem CEO und seinen beiden Co-Gründern war schon vor einem Jahrzehnt klar, dass Wasserstoff unerlässlich sein würde bei der grünen Transformation von Industrie und Mobilität. Der Betriebswirt aus Hamburg gründete Sunfire 2010 mit zwei Partnern in Dresden. Lange wurde er belächelt. Immerhin bekam Sunfire mehrfach Fördermittel von EU und Bundesregierung.

Um durchzuhalten, weitete Sunfire das Portfolio durch Übernahmen aus: Brennstoffzellen-Know-how kaufte Aldag ebenso zu wie ein zweites Elektrolyseverfahren.

Nun herrscht der H-Hype allerorten. Kunden kann es nicht schnell genug gehen. "Wir verhandeln derzeit über Aufträge im Volumen von 3,5 Milliarden Euro", sagt Aldag. 2020 lag der Umsatz von Sunfire noch im einstelligen Millionenbereich. Heute hat die Firma vier Standorte und 300 Mitarbeiter.

manager magazin plus

Jetzt weiterlesen. Mit dem passenden manager Abo.

Einen Monat für € 0,99 testen. Jederzeit kündbar.

Ihre Vorteile:

  • manager magazin+ und Harvard Business manager+ im Paket
  • Alle Inhalte von m+ und HBm+ auf der Seite manager-magazin.de und in der manager-Nachrichten-App
  • Der Inhalt der gedruckten Magazine inkl. E-Paper (PDF)
Jetzt für € 0,99 testen

Sie sind bereits Digital-Abonnentin oder -Abonnent? Hier anmelden

Weiterlesen mit manager+

Immer einen Einblick voraus

Ihre Vorteile mit manager+

  • manager magazin+

    in der App

  • Harvard Business manager+

    in der App

  • Das manager magazin und den Harvard Business manager lesen

    als E-Paper in der App

  • Alle Artikel in der manager-App

    für nur € 24,99 pro Monat

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement?

manager+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit 24,99€. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um manager+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem manager-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung .

Zur Ausgabe
Artikel 19 / 46
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.