Energiekonzern in Not Uniper braucht weitere vier Milliarden Euro vom Staat

Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach bittet den Bund um weitere vier Milliarden Euro staatliche Hilfe. Den bestehenden Kreditrahmen der KfW im Umfang von neun Milliarden Euro hat die Fortum-Tochter schon vollends ausgeschöpft.
Finanznöte: Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach bittet den Bund um weitere vier Milliarden Euro

Finanznöte: Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach bittet den Bund um weitere vier Milliarden Euro

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Der in Finanznöte geratene Energiekonzern Uniper hat weitere staatliche Kredite im Umfang von vier Milliarden Euro beantragt. Aus der bestehenden Kreditlinie der KfW habe Uniper am Montag zwei Milliarden Euro in Anspruch genommen, damit sei der Umfang von insgesamt neun Milliarden Euro "vollständig ausgeschöpft", teilte das Unternehmen mit.

Uniper habe daher eine Erweiterung des Kreditrahmens in Höhe von vier Milliarden Euro beantragt. Mit der Bitte um weitere staatliche Hilfe solle "die kurzfristige Liquidität des Unternehmens sichergestellt werden", argumentierte Uniper. "Die heute beantragte Erweiterung der Kreditlinie sichert die Energielieferungen, die wir unseren Kunden versprochen haben, und stabilisiert damit die Energiemärkte", erklärte Firmenchef Klaus-Dieter Maubach (60).

Bund ist mit 30 Prozent Anteilseigner

Grund für die Lage des Unternehmens seien die Reduzierung der russischen Gaslieferungen und die damit einhergehenden extremen Preisanstiege bei Gas und Strom. Die Minderlieferungen beliefen sich mittlerweile auf 80 Prozent.

Uniper ist ein international tätiger Energiekonzern, der Strom und Gas an Großhandelskunden wie Stadtwerke und Industrieunternehmen verkauft. Das Unternehmen ist stark im Gashandel mit Russland aktiv und geriet in der aktuellen Gaskrise in Finanznöte. Daher beantragte Uniper Anfang Juli Staatshilfe.

Für den Konzern wurde noch im selben Monat ein milliardenschweres Rettungspaket geschnürt – im Gegenzug steigt der Bund mit 30 Prozent als Anteilseigner bei Uniper ein. Die Gespräche über die Details der Umsetzung des Pakets würden indes fortgesetzt, teilte Uniper mit.

Mutterkonzern führt offenbar Gespräche mit finnischer Regierung

Auch der Mutterkonzern von Uniper, Fortum, gerät derzeit in finanzielle Schwierigkeiten. Fortum hat sich nach eigenen Angaben an die nordischen Marktaufsichtsbehörden gewandt und fordert, "unverzüglich Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes zu ergreifen." Der Ausfall auch nur eines kleineren Marktteilnehmers bei dem derzeitigen Preisniveau wäre nur schwer zu verarbeiten und könnte zu schwerwiegenden Störungen des nordischen Stromsystems führen, warnte Fortum.

Momentan verfüge der Konzern zwar noch über ausreichende Finanzmittel, um die aktuellen Anforderungen zu erfüllen, teilte er am Montag in Helsinki mit. Das Unternehmen führe aber auch Gespräche mit dem finnischen Staat darüber, wie der Liquiditätsbedarf im Falle weiterer starker Energiepreissteigerungen gesichert werden könnte.

mje/ AFP
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