Dienstag, 10. Dezember 2019

Sparrunde RWE will offenbar 3000 Stellen abbauen

Bericht über Jobabbaupläne: RWE setzt weiter den Rotstift an

Der Energiekonzern RWE verschärft nach Medieninformationen sein Sparprogramm: 3000 Stellen sollen weichen. Betroffen ist offenbar die Kraftwerkssparte.

Düsseldorf - Mit den Einschnitten reagiere der Konzern auf den drastischen Preisverfall an den Strombörsen, berichteten "Handelsblatt" und "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") übereinstimmend. Das Unternehmen wollte die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren.

Laut "WAZ" soll der Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. RWE Börsen-Chart zeigen setze vor allem auf Altersteilzeitmodelle. Der Konzernvorstand habe dem zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Management der Sparte ausgearbeiteten Sozialplan aber noch nicht zugestimmt, hieß es im "Handelsblatt".

Die Kraftwerkssparte des Essener Energieriesen leidet unter dem durch Solar- und Windenergie ausgelösten drastischen Verfall der Preise im Stromgroßhandel. Das hinterließ bereits im ersten Halbjahr deutliche Spuren in der Bilanz. Der Konzern prüft deshalb bereits die permanente Schließung zahlreicher Anlagen. Finanzvorstand Bernhard Günther hatte deshalb bereits im August signalisiert, es zeichne sich ab, dass das Unternehmen "künftig deutlich weniger Mitarbeiter" beschäftigen werde. RWE beschäftigte Ende Juni 68.600 Menschen, knapp 2000 weniger als ein Jahr zuvor.

Der laufende Personalabbau ist jedoch wohl nur ein Teil des Maßnahmenpakets, mit dem der Konzern auf die Herausforderungen der Energiewende reagieren will. Nach WAZ-Informationen hat das Management außerdem eine dreijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern ins Gespräch gebracht.

Der Konzern selbst wollte auch zu diesem Bericht nicht Stellung nehmen. Die Gewerkschaft Bau, Chemie, Energie reagierte allerdings aufgebracht. In einer Erklärung betonte sie, eine "Nullrunde kommt nicht in die Tüte".

mihec/dpa-afx

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